Das MAMUZ Museum in Mistelbach öffnet seine Tore für eine ganz besondere Ausstellung, die vom 14. März bis zum 29. November 2026 zu sehen ist. Unter dem Titel „Die geheimnisvolle Welt der Iberer“ wird die erste umfassende Ausstellung in Österreich präsentiert, die sich mit der faszinierenden Kultur und Geschichte der Iberer beschäftigt. Die spanische Botschafterin Aurora Mejía bezeichnete die Iberer als ein wichtiges Volk, das zwischen dem 6. und 1. Jahrhundert vor Christus auf der iberischen Halbinsel lebte und ein reiches kulturelles Erbe hinterließ.
Die Iberer bildeten keine einheitliche Nation, sondern bestanden aus verschiedenen Gemeinschaften mit eigener Sprache, Kunst und Handwerk. Ihre Zivilisation war geprägt von einem weit verzweigten Handelsnetzwerk, das Kontakte zu Griechen und Phöniziern umfasste. Diese Handelsbeziehungen erstreckten sich nicht nur auf die iberische Halbinsel, sondern auch bis nach Österreich, wo sie mit ansässigen Völkern wie den Kelten interagierten. Die Ausstellung im MAMUZ umfasst über 300 Exponate aus dieser Zeit, darunter Schmuckstücke, Kunstwerke und sogar Kriegstrophäen.
Einblicke in die iberische Kultur
Die Blütezeit der Iberer endete abrupt mit der römischen Kontrolle im Zuge des Zweiten Punischen Krieges, als sie zwischen 218 und 201 v. Chr. erobert wurden. Die Iberer hinterließen vielfältige Spuren, die bis heute diskutiert werden. So gibt es über 2.500 Inschriften auf verschiedenen Objekten, die von dieser 500 Jahre andauernden Kultur zeugen. Die Zeichen sind zwar transkribierbar, jedoch nicht übersetzbar, was die Geheimnisse dieser alten Zivilisation noch verstärkt.
Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist der Schatz von Tivissa, der als „Krönung der Ausstellung“ gilt. Dieser Schatz, der zuvor in der Schweiz ausgestellt wurde, umfasst Becher, Schalen und Schmuck, die das handwerkliche Geschick der Iberer in der Verarbeitung von Gold und Silber eindrucksvoll demonstrieren. Zudem wird ein Audio-Beispiel der iberischen Sprache präsentiert, die bis heute nicht vollständig entschlüsselbar ist.
Interaktive Erlebnisse für Groß und Klein
Der MAMUZ-Geschäftsführer Christoph Mayer hebt die familienfreundliche Ausrichtung der Ausstellung hervor. Mit interaktiven Elementen wie Spielen, Rätseln und Mitmachstationen wird sowohl Kindern als auch Erwachsenen die Möglichkeit geboten, auf unterhaltsame Weise in die Welt der Iberer einzutauchen. 3D-Animationen veranschaulichen die Lebensweise und Kultur dieser faszinierenden Völkergruppe, die trotz ihrer Eigenständigkeit auch durch die Einflüsse von Phöniziern und Griechen geprägt wurde.
Die iberische Kunst, bekannt für ihre Skulpturen, wird durch Werke wie die berühmte Frauen-Büste „Dama de Elche“ repräsentiert. Diese Kunstwerke geben Einblicke in das ästhetische Empfinden der Iberer, deren Funktion und Bedeutung jedoch oft im Dunkeln bleiben. Auch weitere Büsten wie die „Dama de Baza“ und die „Dama del Cerro de los Santos“ sind Teil des kulturellen Erbes, das die Iberer hinterlassen haben.
Ein Blick in die Geschichte
Die Iberer waren ein vorindogermanisches Volk, das möglicherweise aus Nordafrika stammt und im Osten und Süden der iberischen Halbinsel lebte. Ihre ältesten Funde reichen bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, während die letzten Überreste aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammen. Während ihrer Herrschaft errichteten sie große, befestigte Städte und bewahrten ihre kulturelle Eigenständigkeit, bevor sie schließlich in das römische Reich integriert wurden.
Die Ausstellung „Die geheimnisvolle Welt der Iberer“ ist eine einmalige Gelegenheit, mehr über diese bemerkenswerte Zivilisation zu erfahren und ihre Spuren in der Geschichte nachzuvollziehen. Mit Unterstützung des Museu d’Arqueologia de Catalunya und des Antikenmuseums Basel sowie der Sammlung Ludwig wird das MAMUZ Museum zu einem wichtigen Ort der Auseinandersetzung mit der Eisenzeit und den Geheimnissen der Iberer. Weitere Informationen zur Ausstellung sind auch auf der Webseite des MAMUZ zu finden.




