Im MAMUZ Museum Mistelbach erwartet uns ab dem 14. März 2026 eine faszinierende Ausstellung, die uns in die geheimnisvolle Welt der Iberer eintauchen lässt. Mit rund 300 Originalobjekten aus Spanien und Portugal wird ein eindrucksvolles Bild dieser alten Zivilisation gezeichnet, die zwischen dem 6. und 1. Jahrhundert v. Chr. auf der Iberischen Halbinsel lebte. Die Ausstellung, die bis zum 29. November 2026 zu sehen sein wird, bietet nicht nur einen Blick auf die iberische Kultur, sondern auch auf die vielfältigen Einflüsse, die diese geprägt haben.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen der Silber-Schatz von Tivissa, beeindruckende Gefäße mit iberischen Inschriften sowie Votivstatuetten aus Bronze. Auch die berühmten Frauenbüsten – Dama de Elche, Dama de Baza und Dama del Cerro de los Santos – werden präsentiert. Diese Skulpturen sind nicht nur kunsthistorische Meisterwerke, sondern auch Zeitzeugen einer Zivilisation, deren Bedeutung bis heute diskutiert wird. Über 2.500 Inschriften auf Keramik, Amphoren und steinernen Stelen belegen die Komplexität und Vielfalt der iberischen Kultur, die keine einheitliche Nation bildete, sondern aus vielen unabhängigen Gemeinschaften mit eigener Sprache, Kunst und Handwerk bestand.

Ein Blick in die Geschichte der Iberer

Die Iberer lebten in einer Zeit, die durch ein großzügiges Handelsnetzwerk geprägt war, das sie bis zu den Griechen und Phöniziern führte. Ihre Zivilisation galt als eine der bemerkenswertesten in der Eisenzeit, beeinflusst durch den Kontakt mit griechischen Stadtstaaten und keltischen Stämmen. Die römische Expansion und der Zweite Punische Krieg, der von 218 bis 201 v. Chr. dauerte, führten schließlich zum Ende der iberischen Eigenständigkeit. Die Iberer hinterließen jedoch eine reiche kulturelle Hinterlassenschaft, die bis heute im archäologischen Erbe sichtbar ist.

Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die virtuelle Rekonstruktion der iberischen Stadt Ullastret, die im Nordosten der Halbinsel lag und zwischen dem 6. und 2. Jahrhundert v. Chr. bewohnt war. 2015 wurde diese Stadt virtuell rekonstruiert, sodass Besucher durch die Straßen und Häuser der einst blühenden Siedlung reisen können. Diese interaktive Erfahrung wird durch verschiedene Angebote für Kinder und Familien ergänzt, darunter Keramikfragmente zusammensetzen, Münzen prägen und Fabelwesen gestalten. Auch eine Verkleidestation und ein Rätselheft sorgen für spielerisches Lernen.

Die Kunst und das Handwerk der Iberer

Die Handwerkskunst der Iberer erstreckte sich über viele Bereiche. Sie waren bekannt für ihre Schmuckherstellung sowie die Anfertigung prächtiger Gefäße aus Materialien wie Kupfer, Eisen, Gold und Silber. Diese Gegenstände waren nicht nur für den eigenen Gebrauch bestimmt, sondern fanden auch ihren Weg in den Handel. Die Kunst der Iberer war dabei stark von verschiedenen Einflüssen geprägt, und ihre Skulpturen, wie die Dama de Elche, gehören zu den bekanntesten Artefakten dieser Zeit. Die Funktion und Bedeutung dieser Büsten ist bis heute ein Rätsel, doch sie sind ein eindrucksvolles Zeugnis der iberischen Kultur, die sich durch ihre eigene Sprache und Kunst von anderen Völkern abgrenzte.

Die Ausstellung „Die geheimnisvolle Welt der Iberer“ ist das Ergebnis einer engen Kooperation mit dem Museu d’Arqueologia de Catalunya, dem Antikenmuseum Basel und der Sammlung Ludwig, unterstützt von der Spanischen Botschaft in Wien. Alle Texte sind in Deutsch und Englisch verfasst, und zusätzlich können sie über QR-Codes in Spanisch abgerufen werden. Diese mehrsprachige Aufbereitung macht die Ausstellung besonders zugänglich und bietet einen tiefen Einblick in die komplexe Welt der Iberer.

Besuchen Sie das MAMUZ Museum Mistelbach und lassen Sie sich von der faszinierenden Geschichte und Kultur eines der geheimnisvollsten Völker der Antike verzaubern. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter diesem Link. Für detaillierte Einblicke und Informationen zur iberischen Kultur können Sie auch die Seite des MAMUZ Museums besuchen hier. Und für eine umfassendere historische Einordnung lohnt sich der Blick auf den Artikel über die Iberer auf Wikipedia.