Am 5. März 2026 gab es einen spannenden internationalen Besuch im Landesklinikum Melk. Eine Delegation aus Estland war angereist, um sich über das Endometriosezentrum zu informieren. Ziel des Besuchs war der fachliche Austausch über das umfassende Versorgungskonzept für Endometriose-Patienten, das in Melk etabliert ist. Leopold Wanderer, der Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, begrüßte die Gäste herzlich und stellte das spezialisierte Zentrum vor.

Ein wesentlicher Punkt des Austauschs war die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Klinikum, die im Fokus steht, um Patientinnen bestmöglich zu versorgen. Die Präsentation umfasste die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, die das Endometriosezentrum bietet. Besonders hervorgehoben wurden die strukturierten Behandlungsabläufe sowie moderne operative Techniken, die in Melk Anwendung finden. Die enge Kooperation mit weiteren Fachdisziplinen wurde dabei ebenfalls betont.

Einblicke in die Diagnostik und Behandlung von Endometriose

Bei der spezialisierten Sprechstunde im Endometriosezentrum wird zunächst eine ausführliche Anamnese erhoben, die die Vorgeschichte, Voroperationen und Symptome der Patientinnen berücksichtigt. Zu den häufigsten Symptomen zählen Schmerzen, die 2-3 Tage vor der Regelblutung auftreten, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder auch beim Wasserlassen und Stuhlgang. Um die Diagnose zu sichern, kommen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz, wie etwa Tastuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen und gegebenenfalls auch Darm- oder Blasenspiegelungen sowie MRT-Untersuchungen.

Eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) kann geplant werden, um die Diagnose zu bestätigen. Endometriose zeigt sich typischerweise als schwarze Auflagerung oder weiße Herde auf dem Bauchfell und den Organen. In einigen Fällen besteht die Möglichkeit einer Biopsie, um die Diagnose durch Pathologen zu bestätigen. Die operative Entfernung aller Endometrioseherde kann für viele Patientinnen eine signifikante Schmerzfreiheit oder zumindest Schmerzlinderung erreichen. Bei Bedarf erfolgt eine interdisziplinäre Planung, die auch Urologie und Chirurgie einbezieht. Alternativ kann in bestimmten Fällen auch eine medikamentöse Therapie ausreichend sein.

Forschung zur Verbesserung der Versorgung

Die Bedeutung einer qualitätsgesicherten und spezialisierten Versorgung von Endometriose-Patienten wird sowohl im Landesklinikum Melk als auch in der Forschung zunehmend erkannt. So fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) aktuell eine Maßnahme zur Erforschung der Pathomechanismen der Endometriose. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Entstehung und Ausprägung dieser Erkrankung zu entwickeln, um Prävention, Diagnose und Therapie weiter zu verbessern. Die Richtlinie zur Förderung von Projekten wurde im September 2023 veröffentlicht und umfasst die Förderung von fünf Forschungsverbünden, die sich interdisziplinär mit grundlegenden und klinischen Forschungsfragen auseinandersetzen.

Der Besuch der estnischen Delegation im Landesklinikum Melk stellte eine wertvolle Gelegenheit für den internationalen Erfahrungsaustausch dar. Das Klinikum bedankt sich für das Interesse und den Dialog und freut sich über die Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich Frauengesundheit. Weitere Informationen zu den Themen Endometriose und den aktuellen Forschungsstand finden Sie unter diesem Link sowie hier. Für neueste Entwicklungen in der Forschung besuchen Sie bitte auch diese Seite.