Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk Melk ist alarmierend. Im Jänner 2026 ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 18,5 Prozent gestiegen. Dies ist nicht nur ein isolierter Anstieg, sondern der höchste prozentuale Anstieg in ganz Niederösterreich mit +6,5 Prozent. Aktuell sind 2.587 Personen beim AMS Melk arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 403 Betroffenen entspricht. Besonders betroffen sind Jugendliche unter 25 Jahren mit einem dramatischen Anstieg von 38,1 Prozent. Auch ältere Arbeitskräfte spüren die Auswirkungen, mit einem Anstieg von fast 12 Prozent.

Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist die ungleiche Verteilung der Arbeitslosigkeit zwischen den Geschlechtern. Frauen sind mit +23,8 Prozent wesentlich stärker betroffen als Männer, deren Arbeitslosigkeit um +15,9 Prozent gestiegen ist. Aktuell sind 878 Frauen und 1.709 Männer beim AMS Melk arbeitslos gemeldet. Diese Zahlen spiegeln sich auch in der Beschäftigung wider: Im Dezember waren noch 15.955 Frauen (+0,8 Prozent) und 17.296 Männer (-1 Prozent) unselbständig beschäftigt. Trotz dieser düsteren Zahlen gibt es im Bezirk Melk 423 sofort verfügbare freie Stellen, was als gutes Niveau betrachtet wird, allerdings nicht ausreicht, um die steigenden Arbeitslosenzahlen zu kompensieren.

Jahresbilanz und Ausblick auf 2026

Ein Blick auf die Jahresbilanz des AMS Melk für 2025 zeigt, dass die Arbeitslosigkeit im Bezirk stärker stieg als im niederösterreichischen Durchschnitt. Die Arbeitslosenquote wird im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent steigen. Das Jahr 2025 war geprägt von beschleunigter Inflation, gedämpfter Konsumbereitschaft und großer Unsicherheit im Welthandel, was sich negativ auf den Arbeitsmarkt auswirkte. Nach zwei Jahren der Rezession konnte Österreich im Jahr 2025 nur ein nahezu Null-Wachstum von plus 0,1 Prozent verzeichnen.

Um die Situation zu verbessern, haben im Jahr 2025 245 Jobsuchende beim AMS Melk eine Fachkräfteausbildung begonnen. Der Fokus für 2026 liegt auf der Unterstützung von Frauen, Jugendlichen und der Generation 55 plus. Diese Gruppen sind besonders vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen und benötigen gezielte Maßnahmen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Langfristige Trends und Herausforderungen

Die Arbeitsmarktlage bleibt angespannt. Im Jänner 2026 waren insgesamt 379.771 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet, was einen Anstieg um 10.679 Personen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung liegt bei 8,8 Prozent. Besonders betroffen sind Personen mit niedriger formaler Bildung und Ausländer:innen, während auch Frauen, insbesondere in weiblich dominierten Branchen wie dem Handel, ein höheres Risiko für Arbeitslosigkeit tragen. Menschen mit Behinderung und ältere Arbeitnehmer:innen sind ebenfalls überdurchschnittlich betroffen, was die Dringlichkeit einer umfassenden Strategie zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unterstreicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Region Melk vor erheblichen Herausforderungen steht. Die Daten des AMS zeigen, dass die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren gestiegen ist, und die Situation könnte sich angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten weiter verschärfen. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen für 2026 erfolgreich umgesetzt werden und die betroffenen Gruppen die notwendige Unterstützung erhalten, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Weitere Informationen zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit und zur Schulungsteilnahme sind im Arbeitsmarktinformationssystem (AMIS) des BMASGPK verfügbar.