Die Postfiliale in Traisen steht vor dem Aus. Die Österreichische Post AG hat die Schließung aufgrund fehlender Kostendeckung angekündigt. Dies bedeutet, dass die bisherigen Räumlichkeiten der Postfiliale am Freitag, den 27. März 2026, geschlossen werden. Bürgermeister Gerhard Fügl war bemüht, eine Lösung zur Sicherstellung der Postversorgung für die Bevölkerung zu finden. Die Entscheidung zur Schließung war jedoch für die Gemeinde nicht beeinflussbar. In einem positiven Licht steht allerdings die Einigung, die zwischen der Familie Röszler, der Gemeinde und der Post AG erzielt wurde: Die Trafik der Familie Röszler wird neuer Postpartner und bietet ab dem 28. April 2026 Postpartner-Services an. Bereits ab dem 20. April 2026 wird die Trafik am neuen Standort am Rathausplatz 1 geöffnet. Bürgermeister Fügl betont die Wichtigkeit des Postservices für die Bevölkerung und sieht in dieser Lösung einen Lichtblick in der aktuellen Situation.

Die Entscheidung zur Schließung des Postamtes in Traisen ist nicht isoliert, sondern Teil eines größeren Trends in Österreich. Laut statistischen Auswertungen, die der Marktgemeinde Traisen präsentiert wurden, ist die Schließung auf die mangelnde Kostendeckung zurückzuführen, die in vielen Postfilialen zu beobachten ist. In den letzten zehn Jahren musste ein Drittel der steirischen Postämter schließen, was die Bedeutung von alternativen Lösungen wie Post-Partnern umso mehr hervorhebt. Aktuell gibt es in der Steiermark 47 Postfilialen und 240 Post-Partner. Während die Anzahl der Postfilialen um 37,3 % reduziert wurde, blieb die Zahl der Post-Partner relativ konstant.

Die Zukunft der Postversorgung in Traisen

Ein Grund für die Schließungen ist das sinkende Briefvolumen, das in den letzten Jahren von über 800 Millionen auf 500 Millionen zurückgegangen ist. Dies führt dazu, dass Filialen, die mehr als zwei Jahre lang Verluste machen, geschlossen werden können. Die Post möchte in den meisten Fällen jedoch weiterhin durch Post-Partner präsent bleiben. Das bedeutet für die Kunden, dass sie sich umgewöhnen müssen, da sie Briefe und Pakete an einem anderen Ort abholen müssen. Die Leistungen bleiben jedoch gleich.

Die Familie Röszler, die nun als neue Postpartnerin fungiert, wird die Postpartner-Services in ihrer Trafik anbieten und somit die Kontinuität der Postversorgung in der Gemeinde gewährleisten. Dies ist nicht nur für die Bevölkerung von Bedeutung, sondern auch für die Mitarbeiter der geschlossenen Filialen, die entweder versetzt oder in andere Positionen innerhalb der Post integriert werden. Die Suche nach geeigneten Post-Partnern gestaltet sich für viele Gemeinden als herausfordernd. So wird beispielsweise in Raaba-Grambach nach einem neuen Post-Partner gesucht, da auch dort eine Filiale geschlossen wird.

Die Schließung des Postamtes in Traisen ist ein weiterer Hinweis auf die Veränderungen im Postwesen, die durch digitale Kommunikation und veränderte Kundenbedürfnisse bedingt sind. Die Post AG übernimmt zwar die Kosten für die Einrichtung und Ausstattung des Partnerbetriebs, die Personalkosten während der Schulung müssen jedoch von den neuen Partnern selbst getragen werden. Die Herausforderungen sind also vielfältig, aber mit kreativen Lösungen wie der Übernahme von Postdienstleistungen durch lokale Betriebe kann der Zugang zum Postservice auch in Zukunft gesichert werden.

Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie unter diesem Artikel und hier. Für einen breiteren Kontext über die Entwicklung der Postdienstleistungen in Österreich, werfen Sie einen Blick auf diese Quelle.