Am 22. Februar 2026 wurde der Hainfelder Künstler Gottfried Höllwarth mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für seine herausragenden Verdienste um das Bundesland Niederösterreich ausgezeichnet. Die feierliche Übergabe fand im Landhaus in St. Pölten statt und wurde von der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner persönlich vorgenommen. Höllwarth, der seit über 50 Jahren in Hainfeld lebt, hat die heimische Kunstlandschaft maßgeblich geprägt und ist seit rund 60 Jahren freischaffender Bildhauer. Auch im Ruhestand bleibt er seiner Kunst mit unveränderter Leidenschaft treu und führt weiterhin sein Atelier.
Höllwarths Skulpturenpark in Hainfeld, der öffentlich zugänglich ist, beeindruckt durch seine Gestaltung nach dem Vorbild eines japanischen Gartens. Hier finden sich zahlreiche seiner Werke, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch die Interaktion zwischen Natur und Kunst zelebrieren. Höllwarth zählt zu den bedeutendsten und international geschätzten Künstlerpersönlichkeiten Österreichs. Seine Werke sind in zahlreichen Ausstellungen weltweit zu sehen, darunter auch in Japan, Korea und China.
Werdegang und Ausbildung
Gottfried Höllwarth wurde am 10. Februar 1945 in Salzburg geboren. Nach seiner schulischen Ausbildung an der HTL für Maschinenbau in Salzburg von 1959 bis 1964 entschied er sich für eine künstlerische Laufbahn und studierte Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst in Wien von 1964 bis 1970, wo er von Hans Knesl unterrichtet wurde. Während seines Militärdienstes schuf er 1968 die Skulptur „Pionier mit Außenbordmotor“, die in der Magdeburg-Kaserne aufgestellt wurde.
Im Jahr 1968 heiratete Höllwarth die Malerin Isolde Maria Joham und gründete 1970 sein Atelier in Wien, welches er 1973 nach Hainfeld verlegte. In den Jahren 1978 bis 1990 lehrte er an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz, wo er einen Lehrauftrag für Projektrealisierung im urbanen Raum innehatte. Später wurde er Professor für industrielle Steingestaltung an der gleichen Institution und hatte auch einen Lehrauftrag an der Technischen Universität Innsbruck.
Auszeichnungen und bedeutende Werke
Im Laufe seiner Karriere erhielt Höllwarth zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Großen Bildhauerpreis des Landes Salzburg (1980) und die Große goldene Ehrenmedaille für bildende Kunst der Gesellschaft Bildender Künstler Österreichs (1999, 2007). Seine Einzelausstellungen sind vielfältig und reichen von der Galerie TAO in Wien (1970) bis hin zum Harbin International Art Festival in China (2006).
Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Universitätspark Telefon“ (1972) in Linz, „Venus“ (1975) in Wien sowie die Brunnenplastik „Flusslandschaft“ (1986/87) ebenfalls in Wien. Höllwarth ist ein Künstler, der nicht nur durch seine Werke, sondern auch durch seine Lehrtätigkeit und sein Engagement im Kunstbereich einen bleibenden Einfluss hinterlässt.
Die Kunstgeschichte Österreichs ist reich und vielfältig, und Gottfried Höllwarth spielt dabei eine wichtige Rolle, die nicht nur in der regionalen Kunstszene, sondern auch international anerkannt wird. Seine Arbeiten stehen im Kontext einer neuen Auffassung von Bildhauerei und Raumgestaltung, die die Grenzen zwischen traditioneller Kunst und moderner Interpretation verschwimmen lässt. Weitere Informationen zu Höllwarth und seinem Werk sind in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zu finden.
Gottfried Höllwarth ist ein Beispiel dafür, wie Kunst und Engagement für die Gemeinschaft Hand in Hand gehen können. Sein Schaffen wird nicht nur in Hainfeld, sondern auch weit darüber hinaus geschätzt und bleibt ein fester Bestandteil der österreichischen Kunstlandschaft.