Im Herzen von Niederösterreich, etwa 25 Kilometer südlich von Sankt Pölten, liegt das beeindruckende Zisterzienserstift Lilienfeld. Hier, wo Geschichte und Handwerk aufeinander treffen, hat Ex-Gendarmierchef Anton Muhr, der letzte lebende Meister der Steinmetze, seine Spuren hinterlassen. Muhr ist nicht nur ein Meister seines Fachs, sondern auch ein lebendiges Zeugnis einer Tradition, die im Stift Lilienfeld tief verwurzelt ist. Die Zunftzeichen der Steinmetze, die in Stein eingraviert sind, zeugen von einer Zeit, in der jeder Hammerschlag als Versprechen galt. Diese Zunftzeichen, die als Qualitätsgarantie für die Arbeit der Steinmetze dienten, sind Teil eines „steinernen Geschichtsbuchs“, das Archäologen hilft, Bauphasen zu entschlüsseln.

In der Justinus-Kapelle des Stiftes hat Muhr seine Initialen „19 AM 62“ mit Genehmigung des damaligen Abtes Norbert verewigt. Diese Geste ist nicht nur ein persönliches Andenken, sondern auch ein Zeichen der Erhaltung und Fortführung einer jahrhundertealten Tradition, die Abt Pius Maurer ebenfalls schätzt. Er hat Vorfahren, die Maurer waren, und reflektiert über die geschäftige Bauzeit im Mittelalter. Die Zunftzeichen im Stift Lilienfeld sind somit nicht nur kunsthandwerkliche Meisterwerke, sondern auch ein Teil des kulturellen Erbes, das die Zisterziensermönche seit über 800 Jahren bewahren.

Das Stift Lilienfeld: Ein Zentrum der Kultur und Spiritualität

Das Stift Lilienfeld ist nicht nur als Heimat für die Zisterziensermönche bekannt, sondern auch als eine Hauptstation an der Via Sacra, dem traditionellen Pilgerweg von Wien nach Mariazell. Die größte Stiftskirche Österreichs bietet einen imposanten Rahmen für liturgische Feiern, Gästeaufnahmen und kulturelle Veranstaltungen. So wird am 15. Februar 2026 eine Heilige Messe von Abt Pius Maurer in der Stiftsbasilika gefeiert, die von ServusTV übertragen wird. Dieses Ereignis reiht sich in eine lange Liste von festlichen Anlässen ein, die im Stift stattfinden, wie die kürzlich abgehaltene Heilige Messe am 18. Januar 2026.

Die Mönche des Stiftes widmen sich nicht nur der spirituellen Praxis, sondern auch der Pflege von Kultur und Verwaltung. Ein Beispiel für das lebendige kulturelle Leben im Stift ist die Veranstaltung des Fördervereins „Freunde des Zisterzienserstiftes Lilienfeld“, die am 19. September 2025 stattfand. Die Vielfalt der Aktivitäten, von Buchpräsentationen bis hin zu Benefizkonzerten, zeigt, wie lebendig und relevant das Stift in der heutigen Zeit ist.

Tradition und Innovation im Einklang

Das Stift Lilienfeld ist zudem ein Ort der Innovation. So wurde kürzlich eine neue Photovoltaikanlage in Lehenrotte eröffnet, die die Verbindung von Tradition und modernem Umweltbewusstsein symbolisiert. Diese Initiative steht im Einklang mit der Generalsanierung des Stiftes, die am 1. Juli 2025 mit der konstituierenden Sitzung des Kuratoriums zur Sanierung ins Leben gerufen wurde. Der Bischof von Vác besuchte am 30. Oktober 2025 das Stift, was die Bedeutung des Ortes auch über die regionalen Grenzen hinaus unterstreicht.

Die Zunftzeichen und das handwerkliche Erbe, das Anton Muhr repräsentiert, sind also nicht nur Erinnerung an vergangene Zeiten, sondern auch ein lebendiger Teil der Identität des Stiftes. Die Erlaubnis, das Ritual des Namensgravierens fortzusetzen, stärkt die Verbindung zur Tradition und lässt die Geschichte des Handwerks in der Region weiterleben.

Die Mönche und die gesamte Gemeinschaft rund um das Stift Lilienfeld zeigen damit, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Diese Philosophie spiegelt sich in den vielfältigen Veranstaltungen und der aktiven Teilnahme an kulturellen und spirituellen Aktivitäten wider. So bleibt das Stift nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Zentrum der Kultur und des Handwerks, das in die Zukunft blickt.

Für weitere Informationen über das Stift und seine Aktivitäten besuchen Sie bitte die offizielle Webseite hier.