Heute ist der 27.02.2026. In Krems an der Donau widmet sich die Jungforscherin Viktoria Beer am Institute Krems Bioanalytics einer faszinierenden Aufgabe: Sie analysiert die Proteine des Immunsystems, insbesondere die Immunglobuline, besser bekannt als Antikörper. Im Rahmen des FFG geförderten Projekts „ImmunoProteomics“ hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die Mechanismen der Immunantwort besser zu verstehen und neue therapeutische Strategien zu entwickeln. Das aktuelle Projekt von Viktoria Beer fokussiert sich auf die Entschlüsselung der Aminosäuresequenzen humaner Antikörper mittels Massenspektrometrie – eine Methode, die zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Herausforderungen in der Proteomics-Forschung sind nicht zu unterschätzen. Besonders die Verarbeitung großer Datenmengen stellt die Wissenschaftler vor schwierige Aufgaben. Mit ihrer Ausbildung in Biomedizinischer Analytik an der FH Campus Wien hat Viktoria Beer das nötige Rüstzeug, um in diesem komplexen Feld zu navigieren. Seit 2020 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute Krems Bioanalytics tätig und übernahm 2023 die Gruppenleitung für Methodenentwicklung und Validierung. Im kommenden Jahr wird sie zudem ein Doktoratsstudium an der TU Wien im Bereich biomedizinische Massenspektrometrie beginnen. Ihre Kombination aus analytischem Denken, Leidenschaft und Ausdauer spiegelt sich nicht nur in ihrer Forschung wider, sondern zeigt sich auch in ihrem Engagement als Bergretterin und leidenschaftliche Bergsteigerin.
Massenspektrometrie als Schlüsseltechnologie
Traditionell werden Immunoglobulin-Messungen in klinischen Laboren durch Methoden wie Nephelometrie, Turbidimetrie, Elektrophorese und ELISA-Tests durchgeführt. Doch die Massenspektrometrie (MS) zeigt sich als vielversprechende Alternative, die tiefere Einblicke in die Natur dieser Marker bieten kann. Verschiedene Ansätze zur Messung spezifischer Immunoglobuline, wie top-down, middle-down und bottom-up, sind dabei besonders relevant. Diese Methoden helfen, sowohl endogene monoklonale Immunoglobuline als auch therapeutische monoklonale Antikörpertherapien besser zu erfassen.
Die Herausforderungen bei der Nutzung von MS liegen jedoch in der Differenzierung des interessierenden Immunoglobulins von dem polyklonalen Hintergrund. Dennoch entwickelt sich die Massenspektrometrie zu einer praktikablen Methode, um quantitative Analysen durchzuführen und strukturelle sowie klonale Merkmale zu bestimmen. Klinisch implementierte Beispiele zeigen, wie MS die Detektion und Charakterisierung von Immunoglobulinen verbessern kann, was für die Patientenversorgung von großer Bedeutung ist. Die Hoffnung besteht, dass Anbieter, Laboranten, Gesundheitsdienstleister und Zahlungssysteme zusammenarbeiten, um die Herausforderungen bei der Implementierung von MS-proteomischen Tests für Immunoglobuline zu überwinden und damit die Patientenversorgung zu optimieren (Quelle).
Zukunft der Immunforschung
Viktoria Beers Forschung an humanen Antikörpern ist nicht nur ein bedeutender Schritt in der biomedizinischen Forschung, sondern hat auch das Potenzial, die Entwicklung neuer Medikamente voranzutreiben. Die Verbindung von analytischem Denken und praktischen Anwendungen ist entscheidend, um die Herausforderungen in der Proteomics-Forschung zu meistern und letztlich die Gesundheit der Menschen zu verbessern. In einem Feld, das sich ständig weiterentwickelt, sind innovative Ansätze und Technologien unerlässlich, um den komplexen Anforderungen der modernen Medizin gerecht zu werden. Die Arbeit von Viktoria Beer könnte eine Schlüsselrolle in der Zukunft der Immunforschung spielen und neue Wege für therapeutische Interventionen eröffnen (Quelle).