In der heutigen Zeit wird der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und psychischer Gesundheit immer klarer. Besonders bei der Behandlung von Depressionen spielt Bewegung eine entscheidende Rolle. Laut einer Evidenzsynthese kann körperliche Aktivität eine wichtige therapeutische Säule darstellen, auch wenn der Effekt auf Depressionen als mäßig groß und nicht gut abgesichert gilt. Die Studienlage ist vielfältig, und es zeigt sich, dass die Wirksamkeit von Bewegung stark von der Depressionsstärke sowie der Intensität der Bewegung abhängt. Unterschiedliche Aktivitäten wie Laufen, Tanzen oder Krafttraining können unterschiedliche Ergebnisse liefern. Methodische Mängel in den Studien könnten das Gesamtergebnis jedoch verzerren, was die Interpretation erschwert.
Eine jüngste Analyse im „British Journal of Sport Medicine“ hat bestätigt, dass bewegungsbasierte Interventionen Symptome von Depression und Angst in allen Bevölkerungsgruppen lindern können. Hierbei ist jedoch unklar, wie gut Bewegung bei welcher Depressionsstärke hilft. Die Evidenzlage zu den Wirkmechanismen ist uneindeutig; sowohl physiologische als auch psychosoziale Prozesse scheinen beteiligt zu sein.
Fortbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte
Für Ärzte und Therapeuten, die sich intensiver mit dem Thema Bewegung bei depressiven Erkrankungen auseinandersetzen möchten, bietet sich ein CME-Kurs an, der von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannt ist. Dieser Kurs ist für e.Med-Abonnenten von SpringerMedizin.de zeitlich begrenzt und 12 Monate zugänglich. Die Teilnahme erfordert die Eingabe einer FIN oder den Titel im Suchfeld. Um erfolgreich abzuschließen, müssen 70 % der Fragen richtig beantwortet werden, wobei die Fragen online in zufälliger Reihenfolge angezeigt werden. Tutorielle Unterstützung sowie technischer Support sind ebenfalls verfügbar.
Die Studienlage zeigt, dass körperliche Aktivität das Risiko einer Depression reduziert, während eine Depression die Wahrscheinlichkeit körperlicher Inaktivität erhöht. Insbesondere Ausdauertraining hat sich als wirksam erwiesen, wobei die Effektstärke im mittleren Bereich geschätzt wird. Denkbar ist, dass körperliche Aktivität sowohl als eigenständige Intervention als auch in Kombination mit anderen Therapieverfahren eingesetzt werden kann.
Gesundheitliche Auswirkungen und Empfehlungen
Körperliche Aktivität hat zahlreiche Gesundheitswirkungen und ist eine zentrale Intervention zur Prävention und Behandlung depressiver Erkrankungen. Dies wird auch in der Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression reflektiert. Jüngste Metaanalysen unterstützen die Evidenz für Bewegung und Sport- bzw. Bewegungstherapie in der Prävention und Behandlung depressiver Erkrankungen. Empfehlenswert ist eine schrittweise Erhöhung des Aktivitätslevels, um die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation zu erreichen.
In der Sport- und Bewegungstherapie kommen verschiedene Inhalte zum Einsatz, und es werden sowohl Einzel- als auch Gruppenangebote als wirksam erachtet. Die bewegungsbezogene Gesundheitsversorgung bei depressiven Erkrankungen zeigt, dass es hier noch Entwicklungsbedarf gibt, um die Therapieangebote weiter zu verbessern.