Die Donau-Universität Krems geht einen entscheidenden Schritt in der Ausbildung zukünftiger Psychotherapeuten. Ab Herbst 2026 wird sie das größte Kontingent an staatlich finanzierten Psychotherapie-Studienplätzen in Österreich anbieten, mit dem Ziel, dem drängenden Fachkräftemangel in diesem Bereich entgegenzuwirken. Diese Initiative wird im Rahmen der umfassenden Akademisierung der Psychotherapie-Ausbildung durch das Psychotherapiegesetz von 2024 umgesetzt. Jährlich stehen 500 kostenfreie Studienplätze zur Verfügung, von denen 80 an der Donau-Universität Krems angeboten werden.

Der neue Masterstudiengang Psychotherapie wird auf der Wiener Bildungsmesse BeSt³ vorgestellt und startet im Wintersemester 2026/27. Die Bewerbungsphase ist bereits eröffnet; Interessierte können sich bis zum 7. April für den verpflichtenden Aufnahmetest registrieren. Dieser findet am 6. Juli in Wien statt und kostet 80 Euro. Voraussetzung für die Bewerbung ist ein einschlägiger Bachelor-Abschluss, beispielsweise in Psychologie. Der Studiengang umfasst 120 ECTS und verbindet wissenschaftliche Aspekte mit klinischer Praxis, wobei drei Fachrichtungen zur Auswahl stehen: Integrative Therapie, Existenzanalyse und Logotherapie sowie Verhaltenstherapie.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Herausforderungen im Psychotherapiesektor

Die Bedeutung dieser Initiative wird deutlich, wenn man die gegenwärtige Situation in Deutschland betrachtet. Laut dem Mental Health Report 2024 leiden 31 Prozent der Deutschen unter psychischen Erkrankungen, was zu einem enormen Bedarf an Psychotherapeuten führt. Felix Kiunke, ein Klinische Psychologie-Absolvent, zeigt die Herausforderungen auf, mit denen viele Absolventen konfrontiert sind. Um als Psychotherapeut arbeiten zu können, ist eine fünfjährige Weiterbildung erforderlich, für die es derzeit jedoch kaum verfügbare Plätze gibt. Dies führt zu Frustration und Unsicherheit unter den Masterabsolventen.

Die Reform des Psychotherapeutengesetzes von 2019 sollte die Ausbildungsbedingungen verbessern, hat jedoch eine Gesetzeslücke hinterlassen. Ein Mangel an Weiterbildungsplätzen resultiert aus unklaren Finanzierungsfragen, die es Kliniken und Praxen unmöglich machen, die Weiterbildungskosten zu tragen. Berufsverbände warnen vor drohenden Versorgungslücken, wenn die Finanzierung nicht sichergestellt wird. Auch die Wartezeiten für Patienten, die dringend Therapie benötigen, steigen kontinuierlich.

Österreichs Antwort auf den Fachkräftemangel

Die Donau-Universität Krems positioniert sich hier als Vorreiter in der Ausbildung angehender Psychotherapeuten. Die Reform der Psychotherapie-Ausbildung soll nicht nur die Anzahl der verfügbaren Fachkräfte erhöhen, sondern auch soziale Hürden senken. Um Chancengleichheit zu gewährleisten, sind 75 Prozent der Plätze für Personen mit heimischem Reifezeugnis reserviert. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um den steigenden Bedarf an Psychotherapeuten gerade auch in spezialisierten Bereichen wie der Kinder- und Jugendtherapie zu decken, der seit der Corona-Pandemie signifikant zugenommen hat.

Der Aufruf zur Verbesserung der Ausbildungs- und Weiterbildungsbedingungen ist dringlich. In Deutschland haben Studenten bereits demonstriert und fordern eine klare Regelung zur Finanzierung ihrer Weiterbildung. Die Diskussion um die Finanzierung bleibt jedoch ein zentrales Problem, das auch die zukünftige Wirksamkeit der Reformen in Österreich beeinflussen könnte. Die Donau-Universität Krems bietet mit ihrem neuen Masterstudiengang einen vielversprechenden Ansatz, der nicht nur die Ausbildung von Fachkräften vorantreibt, sondern auch auf die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit reagiert.

Die Entwicklungen rund um die Psychotherapie-Ausbildung sind also sowohl in Österreich als auch in Deutschland von hoher Relevanz. Die Donau-Universität Krems ist hier auf dem richtigen Weg, um die Fachkräfte von morgen auszubilden und gleichzeitig dem bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Quelle hier.