Heute ist der 23.02.2026, und wir werfen einen Blick auf das bewegte Leben von Paul Bartholomäi, einem 100-jährigen Mann aus Wendlingen, der trotz der Herausforderungen, die ihm das Schicksal stellte, eine faszinierende Lebensgeschichte entwickelt hat. Paul wurde aus seiner Heimat in Bessarabien vertrieben, einer historischen Landschaft in Südost- und Osteuropa, die sich heute größtenteils im westlichen Teil der Republik Moldau sowie in Teilen der Ukraine befindet. Diese Region war historisch eine Pufferzone zwischen Großmächten wie Österreich, Russland und dem Osmanischen Reich.
Während des Ersten Weltkriegs war Paul Kriegsgefangener in Russland. Trotz dieser schweren Zeiten blickt er auf ein erfülltes Leben zurück. Anlässlich seines Geburtstags äußerte er Wünsche, die den Wert von Familie und Erinnerungen betonen. Eine kleine Eulenfigur mit einer Schrotflinte, die von seiner Tochter Ellen als „Nachtwächter“ bezeichnet wird, steht neben seinem Bett und symbolisiert vielleicht den Schutz, den er in seinem langen Leben erfahren hat.
Eine Faszination für die Natur
Paul Bartholomäi hat nicht nur schwere Zeiten durchlebt, sondern auch eine große Faszination für die Natur entwickelt. In seinem Garten baute er Nistkästen und Vogelhäuser, was seine Liebe zu Tieren unterstreicht. Diese Leidenschaft spiegelt sich auch in einem bemerkenswerten Fund wider: Er entdeckte einen dreibeinigen Frosch, der sicherlich für Gesprächsstoff in seiner Familie sorgt. Solche Erlebnisse sind nicht nur Anekdoten, sondern auch ein Zeichen für die enge Verbindung, die Paul zur Natur hat.
Bessarabien und seine Geschichte
Bessarabien, aus dem Paul vertrieben wurde, hat eine komplexe Geschichte. Diese Region war bis 1917 Teil des Russischen Kaiserreichs und erlebte anschließend eine kurze Phase der Unabhängigkeit, bevor sie östliche Provinz Rumäniens wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Bessarabien an die Sowjetunion. Die Bevölkerung war ethnisch vielfältig und umfasste Rumänen, Ukrainer, Russen, Gagausen, Bulgaren, Juden und Deutsche. Diese Diversität hat die kulturelle Landschaft der Region geprägt und ist ein Teil der Identität der Menschen, die dort leben.
Die Landwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der Region, bekannt für ihren fruchtbaren Schwarzerdeboden, der den Anbau von Wein, Weizen, Obst und Gemüse ermöglicht. Der Export von landwirtschaftlichen Produkten, besonders Wein und Getreide, war für die Wirtschaft Bessarabiens von großer Bedeutung. Doch der Anschluss an Rumänien 1918 unterbrach viele Handelswege, was die wirtschaftliche Situation der Region stark beeinflusste.
Ein Leben voller Erinnerungen
Paul Bartholomäi ist nicht nur ein Zeitzeuge dieser bewegten Geschichte, sondern auch ein lebendiges Archiv seiner Familiengeschichte. Er hat die Fähigkeit, die Erinnerungen an eine vergangene Zeit lebendig zu halten und diese mit seinen Nachkommen zu teilen. Solche Geschichten sind wichtig, um die Geschichte einer Region wie Bessarabien, die von vielen Veränderungen geprägt ist, zu verstehen und weiterzugeben.
In einer Welt, die sich ständig verändert, bleibt die persönliche Geschichte von Paul ein wertvolles Erbe, das uns lehrt, die Verbindungen zu schätzen, die wir zu unserer Vergangenheit und zueinander haben. Erinnerungen sind es, die uns prägen, und Paul hat sie mit einem Herzen voller Liebe und einer Leidenschaft für das Leben bewahrt.
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