Heute ist der 19.02.2026. Die Lawinenlage in den bayerischen Alpen ist ernst. Der Lawinenwarndienst Bayern warnt vor Triebschnee und schwachen Schichten im Altschnee. Besonders in den Werdenfelser und Allgäuer Alpen steigt die Gefahr auf Stufe 4, was als große Gefahr eingestuft wird. In den Voralpen, Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen bleibt die Gefahr den ganzen Tag über auf Stufe 3, also erheblicher Gefahr. Diese Warnungen sind besonders wichtig, denn Triebschnee ist oft locker überschneit und schwer zu erkennen, was die Gefahr von Schneebrettlawinen erhöht, die sogar durch einzelne Wintersportler ohne Vorwarnung ausgelöst werden können.

Die Wetterprognosen kündigen bis Freitag markante Neuschneemengen an, was dazu führen könnte, dass neuer Triebschnee entsteht. Auch in Tirol wird die Lawinengefahr steigen, wo bis zu 50 cm Neuschnee erwartet werden. Matthias Walcher von der Lawinenwarnzentrale Tirol rät eindringlich von Touren im freien Gelände ab, insbesondere in mäßig steilem Gelände, da auch diese Flächen von Lawinen betroffen sein können. In Österreich sind bereits mehrere Lawinenabgänge zu verzeichnen, bei denen tragischerweise drei Menschen ums Leben kamen. Die Lawinenlage ist also angespannt, und die Gefahren, die damit verbunden sind, sollten nicht unterschätzt werden.

Fünf Lawinenprobleme und ihre Risiken

Die aktuelle Lawinensituation wird durch fünf verschiedene Probleme charakterisiert, die in täglichen Lawinenlageberichten beschrieben werden: Neuschnee, Triebschnee, Altschnee, Nassschnee und Gleitschnee. Neuschnee ist leicht erkennbar und kann die Lawinengefahr erheblich erhöhen, insbesondere wenn die kritische Neuschneemenge von nur zehn Zentimetern überschritten wird. Diese Problematik ist in allen Himmelsrichtungen verbreitet und kann nach Neuschnee abnehmen.

Triebschnee entsteht durch Windverlagerung und ist besonders gefährlich, da seine Verteilung unregelmäßig ist. Gefahrenstellen sind häufig Geländekanten, Mulden und Rinnen. Warnzeichen wie Wechten, Windspuren und Rissbildung im Hang sind Indikatoren für die Präsenz von Triebschnee. Altschnee hingegen ist tückisch und schwer zu erkennen, da Schwachschichten wie Graupel in der Altschneedecke eine zusätzliche Gefahrenquelle darstellen.

Prävention und Sicherheit im Winterbergsteigen

Ein weiterer Aspekt ist der Nassschnee, der durch Feuchtigkeit entsteht und zu einer erhöhten Belastung der Schneedecke führt. Warnzeichen sind beginnender Regen und kleinere Lawinen. Gleitschnee ist eine besonders gefährliche Form, bei der die Schneedecke bis auf den Boden rutscht und spontan ausgelöst wird. Um sich in dieser gefährlichen Zeit sicher zu bewegen, ist es unerlässlich, den aktuellen Lagebericht zu prüfen, steiles Gelände zu meiden und die richtige Ausrüstung wie Lawinensuchgerät, Sonde und Schaufel immer dabei zu haben. Der amtliche Lawinenbericht, der täglich um 17 Uhr veröffentlicht wird, bietet wichtige Prognosen für den Folgetag und sollte von jedem Wintersportler ernst genommen werden.

Wir leben in Zeiten, in denen das Skifahren abseits gesicherter Pisten zunehmend populär ist. Doch die Gefahren durch Lawinen sind dabei nicht zu unterschätzen. Faktoren wie Schneedeckenaufbau, Wind, Temperatur, Exposition und das Gelände selbst spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Lawinen. Frisch gefallener Pulverschnee bis zu 30 cm gilt als relativ sicher, aber sobald Wind ins Spiel kommt, kann Triebschnee entstehen, der schlecht mit der Altschneedecke verbunden ist. Dieser Zusammenhang macht die Gefahrenlage für Wintersportler noch komplizierter.

Im Ernstfall sind die Überlebenschancen bei einer Lawine meist gering. Bei Hängen über 30 Grad kann es leicht zu Lawinenabgängen kommen. Daher ist es wichtig, die Faustregeln für den Winter: amtliche Warnungen ernst nehmen, lokale Sperrungen beachten und die Lawinenausrüstung immer im Gepäck zu haben. Neben der Ausrüstung sollte man auch den Umgang damit geübt haben, und die Teilnahme an Lawinenkursen kann für die eigene Sicherheit von großem Nutzen sein. Respekt vor den Bergen bleibt auch in Zeiten modernster Technik ein zentraler Punkt, um sicher durch die winterlichen Alpen zu navigieren.