Das Garchinger Start-up Habric hat sich auf die Fahnen geschrieben, blinden und sehbehinderten Menschen im Alltag mehr Orientierung zu ermöglichen. Die Gründer Julian Schenker (20), Dominik Schuler (19) und Ferdinand Horn (19) kennen sich bereits seit der 5. Klasse und haben am Lichtenstern-Gymnasium in Bietigheim in Baden-Württemberg ihre ersten Ideen entwickelt. Habric verfolgt mit einem innovativen Stirnband das Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit Sehbehinderung durch technologische Innovationen zu verbessern. Die Gründungsidee entstand, als die drei Jungunternehmer bemerkten, dass blinde Menschen weiterhin auf einen Stock angewiesen sind, während die Technologie bei autonomen Fahrzeugen bereits weit fortgeschritten ist.

Ein erster Prototyp des Stirnbands wurde bereits an einer Schule für Menschen mit Sehbehinderung getestet. Das Feedback führte zur Entwicklung eines weniger klobigen Modells, das haptisches Feedback nutzt, um die räumliche Wahrnehmung zu fördern. Habric hat sich in den letzten Jahren in verschiedenen Wettbewerben einen Namen gemacht. So gewannen sie im März 2023 den regionalen Wettbewerb „Jugend forscht“ und setzten ihren Erfolg im Juni 2024 fort, als sie den nationalen Wettbewerb „Jugend gründet“ für sich entscheiden konnten. Dies bescherte ihnen eine Studienreise ins Silicon Valley, wo sie Einblicke in führende Technologieunternehmen gewinnen konnten. Auch wurden sie vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ins Schloss Bellevue eingeladen, um ihr Projekt zu würdigen.

Technologie im Dienst der Menschen

Das Stirnband von Habric funktioniert durch Sensoren, die die Umgebung scannen und haptisches Feedback am Kopf der Nutzer erzeugen. Diese Technologie soll es den Trägern ermöglichen, sich im Raum besser zu orientieren und sicherer zu bewegen. Der Fokus liegt darauf, die Unabhängigkeit und Lebensqualität von blinden und sehbehinderten Menschen zu steigern. Die Gründer arbeiten derzeit etwa 60 Stunden pro Woche an der Weiterentwicklung von Habric. Nach dem Abitur 2024 zog Schenker nach München und studiert Maschinenbau an der Technischen Universität München, während die anderen Gründer ihre Zeit dem Start-up widmen.

Zusätzlich hat Habric im September 2025 beim Wettbewerb „Solve for Tomorrow“ von Samsung gewonnen, was ihnen Mentoring und die Möglichkeit zur Präsentation bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2026 einbrachte. Die Marktzulassung des Stirnbands ist für Ende 2026 geplant.

Ein Blick über den Tellerrand

Das Konzept von Habric findet in der Landschaft innovativer Ansätze zur Unterstützung sehbehinderter Menschen ein spannendes Umfeld. Ein Beispiel ist das Hamburger Start-up Lunar, das eine KI-gestützte Sehhilfe entwickelt. Diese modulare, tragbare Sehhilfe wandelt visuelle Informationen in Audioausgaben um und nutzt dabei modernste Technologien wie generative KI und präzises Text-To-Speech. Beide Start-ups verfolgen dasselbe Ziel: die Verbesserung der Unabhängigkeit und Lebensqualität von Menschen mit Sehbehinderung.

Habric und Lunar zeigen, wie vielfältig die Ansätze zur Unterstützung von Menschen mit Einschränkungen sind. Während Habric auf haptisches Feedback setzt, verfolgt Lunar eine audio-basierte Lösung. Der Austausch zwischen solchen Initiativen könnte dazu beitragen, die Entwicklung innovativer Produkte voranzutreiben und noch mehr Menschen zu helfen. Der Weg zur Markteinführung solcher Technologien ist jedoch mit Herausforderungen verbunden, wie dem Einholen von Nutzerfeedback und der Akquise von Testpersonen.

Die Entwicklungen bei Habric und ähnlichen Unternehmen zeigen, dass die Kombination aus Technologie und sozialem Engagement wegweisend für die Zukunft der Unterstützung von Menschen mit Sehbehinderungen sein kann. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Technologien weiterentwickeln und welche positiven Auswirkungen sie auf das Leben der Betroffenen haben werden.

Für weitere Informationen zu Habric und ihren Projekten, besuchen Sie bitte die vollständige Berichterstattung auf Merkur und IT-Boltwise. Weitere Entwicklungen im Bereich der Sehhilfen können auf Startupport verfolgt werden.