In der charmanten Stadt Hollabrunn fand kürzlich ein bemerkenswerter Direktvermarktungs-Stammtisch statt, organisiert von der Leader-Region Weinviertel-Manhartsberg im Rahmen des Projekts KOSTbares Weinviertel. Diese Veranstaltung hatte zum Ziel, die Zusammenarbeit von Direktvermarktern zu fördern, die Qualitätsorientierung zu stärken und die regionale Sichtbarkeit zu erhöhen. Renate Mihle, die Geschäftsführerin von Leader, stellte die verschiedenen Aktivitäten und Unterstützungsangebote vor, die speziell für Direktvermarktungsbetriebe konzipiert wurden. Weitere Informationen zu den Angeboten sind auf der Webseite www.kostbares-weinviertel.at zu finden.

Während des Stammtisches wurden verschiedene Aspekte der regionalen Lebensmittelproduktion erörtert. Harald Naderer von der NÖ Landwirtschaftskammer präsentierte die Plattformen „Gutes vom Bauernhof“ und „Top-Heurige“, die klare Qualitätskriterien zur Vertrauensbildung und Marktpositionierung umfassen. Michael Vesely betonte die Bedeutung der Stärkung der regionalen Lebensmittelkultur durch Veranstaltungen, Bildungsarbeit und Kooperationen mit Gastronomie und Schulen. Zudem stellte Waldemar Pöchhacker die Initiative „Ja zu Nah“ vor, die direkte Lieferungen an Großküchen ohne Zwischenhandel ermöglicht, was faire Preisgestaltung und Planungssicherheit gewährleistet.

Kooperationen und Vernetzung

Erna Albertz von Gutes vom Gutshof hob die Vorteile der Marktgärtnerei für kleinstrukturierte Direktvermarkter hervor. Doris Winkler brachte die Idee für neue Kooperationen unter dem Motto „echt Weinviertel. ehrlich. genial.“ ein, um Kräfte zu bündeln, Kosten zu reduzieren und die Wiedererkennbarkeit regionaler Produkte zu erhöhen. Renate Mihle zog ein positives Fazit und sprach von dem Potenzial in der Vernetzung, gemeinsamen Ideen und der regionalen Zusammenarbeit. Die Verkostung regionaler Spezialitäten wie Obstsäften, Aufstrichen und selbstgebackenem Brot rundete den Abend ab.

Initiativen wie diese sind nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland von großer Bedeutung. Erfolgreiche Projekte zur regionalen Lebensmittelversorgung basieren auf Netzwerken von Akteuren aus verschiedenen Bereichen, und Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen. In vielen Städten und Regionen Deutschlands existieren Ernährungsräte, die sich aus Vertretern der Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Bildung und Politik zusammensetzen. Ihr Ziel ist es, das Ernährungssystem vor Ort nachhaltiger zu gestalten und Ernährungsstrategien zu entwickeln, die der Regionalität zugutekommen. Darüber hinaus gibt es Regionalwert-AGs, die Investitionen in regionale Betriebe aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Gastronomie fördern.

Regionale Wertschöpfung

Verbraucher:innen legen zunehmend Wert auf regionale Lebensmittel, wie Umfragen zeigen. In vielen Bundesländern Deutschlands existieren regionale Qualitätszeichen für lokal produzierte Lebensmittel, wie beispielsweise „Geprüfte Qualität NRW“, welches Produkte aus Nordrhein-Westfalen kennzeichnet. Das Zeichen sorgt dafür, dass Rohstoffe aus der Region stammen und der Lebensmittelhersteller regional verankert ist. Verbraucher:innen sollten bei ihren Einkäufen auf die Unterscheidung zwischen Betriebszeichen und Produktzeichen achten, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich regionale Produkte unterstützen.

Insgesamt zeigt der Stammtisch in Hollabrunn, wie wichtig die Vernetzung und Zusammenarbeit von Direktvermarktern ist, um die regionale Lebensmittelkultur zu stärken und die Sichtbarkeit dieser Produkte zu erhöhen. Die Initiativen und Ideen, die dort präsentiert wurden, sind entscheidend für die Zukunft der Direktvermarktung im Weinviertel und darüber hinaus.