Die Fastenzeit hat begonnen und viele Menschen in Hollabrunn setzen sich mit neuen Vorsätzen auseinander. Redakteurin Alexandra Goll hat sich für einen Dry January entschieden, eine Herausforderung, die in der weinaffinen Region nicht gerade einfach ist. Trotz beruflicher Termine, bei denen oft Alkohol angeboten wird, hat sie durchgehalten. Goll plant auch für die Fastenzeit, weniger zu naschen, wobei sie jedoch nicht gänzlich auf Süßigkeiten verzichten möchte. Leser sind eingeladen, ihre Gedanken und Erfahrungen in Form von Leserbriefen an die Redaktion zu senden. Weitere Informationen zu Golls Erfahrung sind in ihrem Artikel zu finden: hier.
Der Januar wird oft als Monat der Selbstoptimierung betrachtet. Viele Menschen nutzen diesen Zeitraum, um neue Vorsätze zu fassen, sei es, alkoholfrei zu leben, sich vegan zu ernähren oder einfach gesünder zu leben. Diese Trends, wie „dry“, „red“ oder „vegan“, prägen die Diskussionen zur Neujahrszeit. Allerdings ist die Illusion, gute Gewohnheiten dauerhaft beizubehalten, trügerisch. Selbstoptimierung kann auch zu neuem Mangel und Unglück führen, wie in einem Artikel beschrieben wird, der Antonio Gramsci zitiert: „Jeder Morgen kann als Neujahr betrachtet werden, ohne den Druck der ständigen Optimierung“ (mehr dazu hier).
Herausforderungen bei der Umsetzung von Vorsätzen
Die Umsetzung von Vorsätzen ist oft eine große Herausforderung. Burkhard Heidenberger, Gründer von ZEITBLÜTEN, hat die häufigsten Gründe für das Scheitern von Vorsätzen untersucht. Viele Menschen fassen zwar Vorsätze, scheitern jedoch oft an deren Umsetzung. Ein zentraler Punkt ist der Unterschied zwischen einem Vorsatz und einem konkreten Ziel. Während ein Vorsatz oft unverbindlich bleibt, sind Ziele konkret und messbar. Eine unklare Umsetzung führt häufig dazu, dass die Motivation schnell schwindet.
Der Gedanke, dass hohe Erwartungen und der Druck, am Neujahrstag neue gesunde Gewohnheiten zu etablieren, viele Menschen demotivieren, ist weit verbreitet. Heidenberger nennt acht häufige Gründe für das Scheitern, darunter unrealistische Ziele und fehlende Ausdauer. Um erfolgreich zu sein, sollte man Mini-Gewohnheiten etablieren, also kleine, umsetzbare Schritte, die effektiver sind als große Veränderungen von heute auf morgen. Beispiele dafür sind einfache Dinge wie nach jedem Toilettengang ein paar Kniebeugen zu machen oder ein Stück Obst zu jedem Mittagessen zu essen. Wer seine Vorsätze in den Alltag integriert, hat bessere Chancen, diese auch langfristig umzusetzen (weiterführende Informationen hier).
Schritte zur erfolgreichen Umsetzung von Vorsätzen
Heidenberger schlägt sechs Schritte vor, um Vorsätze erfolgreich umzusetzen: Zuerst sollte ein konkretes Ziel definiert werden. Danach gilt es, Maßnahmen festzulegen und mit Mini-Gewohnheiten zu beginnen. Auch die Unterstützung von Mitstreitern kann helfen, am Ball zu bleiben. Wichtig ist, regelmäßig den Fortschritt zu überprüfen und sich selbst nicht zu hart zu beurteilen.
Die Fastenzeit und der Januar sind somit nicht nur Zeiten für persönliche Vorsätze, sondern auch eine Chance, sich mit dem Thema Selbstoptimierung und den Herausforderungen, die damit verbunden sind, auseinanderzusetzen. Vielleicht gelingt es ja dem ein oder anderen, die eigene Motivation zu steigern und die Vorsätze in die Tat umzusetzen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie viele von uns den Weg der Selbstverbesserung erfolgreich beschreiten werden.