In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Bezirk Hollabrunn immer wieder mit Extremwetterereignissen zu kämpfen gehabt. Diese Wetterphänomene haben nicht nur die Natur, sondern auch die Infrastruktur stark beeinträchtigt. Die örtlichen Feuerwehren standen dabei stets bereit, um die Bürger zu unterstützen und die Schäden zu begrenzen. Besonders eindrucksvoll war der Einsatz während der letzten Hochwasserereignisse, als die Feuerwehren zehn Tage lang im Dauereinsatz waren, um Trinkwasser aus der Thaya, das auf tschechischer Seite verunreinigt war, zu liefern. Dies zeigt, wie wichtig die Wasserverfügbarkeit in Krisensituationen ist.
Historisch betrachtet gab es im Bezirk Hollabrunn mehrere einschneidende Ereignisse. So führte am 2. August 2009 ein Gewitter mit starken Sturmböen, Starkregen und Hagelschlag zu Bränden in Ziersdorf und Schöngrabern, die von den Freiwilligen Feuerwehren schnell unter Kontrolle gebracht werden konnten. Ein weiteres Hochwasser, das am 7. August 2010 auftrat, überflutete in Zellerndorf etwa 90 Objekte. Auch die Pulkaugemeinden waren betroffen, wobei in Hadres Dammöffnungen genutzt wurden, um das Wasser auf landwirtschaftliche Flächen abzuleiten. Hier kamen Großpumpen aus ganz Niederösterreich zum Einsatz, um die Situation zu bewältigen.
Die Herausforderung der Wasserversorgung
Ein wesentlicher Aspekt der Krisenbewältigung ist die Sicherstellung der Wasserversorgung. In Deutschland nutzen Menschen im Durchschnitt 126 Liter Trinkwasser pro Tag zu Hause. Die Wasserversorgungsbetriebe sind verpflichtet, Risiken zu analysieren und sich auf Störfälle vorzubereiten. Es gibt insgesamt 5.599 Wasserversorgungsbetriebe, die jährlich fünf Billionen Liter Wasser über ein 540.000 Kilometer langes Leitungsnetz liefern. Angesichts der häufigen Extremwetterereignisse ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese Systeme robust sind und bei Bedarf schnell reagieren können. Experten unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Wasserausfällen, wobei regionale Ausfälle durch Unwetter als besonders problematisch gelten.
Im Katastrophenfall kann die garantierte Wassermenge pro Person von 50 Litern auf 15 Liter sinken. Diese Bedingungen verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich auf Notfälle vorzubereiten. Im Juli 2021 versorgte die Feuerwehr Mülheim nach der Flutkatastrophe im Ahrtal über 50 Tage lang die betroffenen Bürger mit Wasser. Ein mobiles Wasserversorgungssystem, das von Branddirektor Michael Lülf entwickelt wurde, könnte in ähnlichen Situationen auch in Hollabrunn von Nutzen sein.
Die Rolle der Feuerwehren
Die Feuerwehr hat im Bezirk Hollabrunn eine zentrale Rolle im Krisenmanagement gespielt. Bei den extremen Wetterlagen im Jahr 2021, als Hagel, Sturm und Gewitter Schäden an Dächern, Autos und Feldern verursachten, waren über 800 Feuerwehrleute im Einsatz. Auch im Jahr 2024 kam es zu schweren Regenfällen, die das Stadtgebiet von Hollabrunn zum Katastrophengebiet erklärten. Die Hollabrunner Augustwiesn musste abgesagt werden, was eine große kulturelle Auswirkung hatte.
Die örtlichen Feuerwehren waren auch bei der Trinkwasserversorgung aktiv, als am 19. Januar 2026 Gülle in die Thaya gelangte und die Trinkwasserversorgung in Hardegg beeinträchtigte. Über einen Zeitraum von zwölf Tagen lieferten die Feuerwehren Trinkwasser aus Langau, bis die Nutzung des Brunnenwassers wieder erlaubt wurde.
Zukunftsausblick und Zusammenarbeit
Um der Herausforderung der Wasserversorgung in Krisensituationen besser begegnen zu können, arbeiten verschiedene Akteure aus der Wasserbranche zusammen. Die Projektakteure bringen Perspektiven aus unterschiedlichen Sektoren ein, darunter öffentliche Wasserversorger, kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen. Partner wie das Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen und die Technische Universität Clausthal sind darauf spezialisiert, innovative Lösungen zu entwickeln, die in Zukunft helfen könnten, die Wasserversorgung in Notfällen sicherzustellen.
Die jüngsten Erfahrungen in Hollabrunn zeigen, dass sowohl die Feuerwehren als auch die Wasserversorgungsbetriebe gut aufgestellt sind, um in Krisensituationen zu reagieren. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass solche Extremwetterereignisse in Zukunft seltener auftreten, und dass alle Beteiligten weiterhin eng zusammenarbeiten, um die Wasserversorgung und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und Lösungen in der Wasserversorgung finden Sie in der umfassenden Analyse von 1&1 und den Projekten des Trinkxtrem-Netzwerks.