Am Faschingsdienstag, dem 18. Februar 2026, erlebten die Schülerinnen und Schüler der Allgemeinen Sonderschule (ASO) Hollabrunn einen unvergesslichen Tag. Gemeinsam mit dem „Sonnendach“ feierten vier Klassen ein ausgelassenes Faschingsfest, das mit einer herzlichen Begrüßung durch Petra Parzer, die Leiterstellvertreterin der ASO, eröffnet wurde. Das Fest begann schwungvoll mit dem „Gute-Laune-Lied“, das alle Gäste zum Tanzen animierte und die Vorfreude auf die bevorstehenden Aktivitäten steigerte.
Das abwechslungsreiche Programm umfasste zahlreiche Spiele und Aktivitäten, die sowohl Geschicklichkeit als auch Teamgeist erforderten. Beim Stopptanz konnten die Teilnehmer ihr Rhythmusgefühl unter Beweis stellen, während der Kartoffellauf für jede Menge Spaß sorgte. Das Mumienwickeln brachte heitere Momente und der klassische Sessellauf rundete die Aktivitäten ab. Der Höhepunkt der Feier war eine fröhliche Polonaise durch die Aula, die den Gemeinschaftsgeist der Teilnehmer unterstrich. Nach diesen spannenden Aktivitäten wurde im dekorierten Speisesaal eine Faschingsjause serviert, die mit Krapfen, Snacks und Getränken reichhaltig bestückt war. Auf dem „Marktplatz“ wurde weitergetanzt und gespielt, begleitet von mitreißender Disco-Musik. Diese Festlichkeiten machten den Faschingsdienstag zu einem unvergesslichen Erlebnis am Campus der ASO Hollabrunn, wie auf meinbezirk.at zu lesen ist.
Ein Blick auf die inklusive Bildung
Veranstaltungen wie das Faschingsfest sind nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Zeichen für die inklusive Bildung, die in Deutschland seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) im Jahr 2009 an Bedeutung gewonnen hat. Diese Konvention fordert ein inklusives Bildungssystem, das sicherstellt, dass Kinder mit Behinderungen nicht vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden. In der Realität zeigt sich jedoch, dass über 55,9% der Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Schuljahr 2023/24 Förderschulen besuchen. Die Exklusionsquote stagniert, und in einigen Bundesländern ist sie sogar gestiegen. Dies wirft Fragen nach der Gleichwertigkeit der Teilhabe im Bildungssystem auf, besonders im Hinblick darauf, dass die Aufrechterhaltung separierender Strukturen nicht im Einklang mit der UN-BRK steht.
Der Bedarf an inklusiven Optionen ist groß, denn viele Eltern sehen sich oft mit der Wahl zwischen inklusiver und Förderbeschulung konfrontiert, ohne dass sinnvolle inklusive Alternativen zur Verfügung stehen. Dies führt dazu, dass viele Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die an Förderschulen unterrichtet werden, ohne Hauptschulabschluss abschließen. Umso wichtiger sind Veranstaltungen wie das Faschingsfest, die dazu beitragen, ein Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu fördern. Der Zugang zu sonderpädagogischer Förderung sollte nicht an diagnostische Etikettierung gebunden sein, sondern vielmehr den individuellen Bedürfnissen der Schüler*innen entsprechen. Mehr Informationen zu den Herausforderungen und Chancen der inklusiven Bildung finden sich unter bpb.de.
Die ASO Hollabrunn zeigt mit ihrem Faschingsfest, wie wichtige soziale Interaktionen und gemeinschaftliche Erlebnisse im schulischen Kontext aussehen können. Solche Veranstaltungen leisten einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Inklusion und des Miteinanders in der Gesellschaft.