In der kleinen Gemeinde Pulkau, im Bezirk Hollabrunn, wird zurzeit heftig um den Erhalt des beliebten Sonnenwaldbades gerungen. Claudia Silberbauer hat kürzlich 1.729 Unterschriften an die Gemeinde übergeben, um die Entscheidung zur Schließung des Freibades zu überdenken. Unter diesen Unterschriften befinden sich 380 von Pulkauer Bürgerinnen und Bürgern, die sich aktiv für den Erhalt des Bades einsetzen möchten. Die Übergabe fand im Beisein von Bürgermeister Leo Ramharter, Vizebürgermeisterin Christina Ruisinger und Gemeinderat Günther Kober statt. Silberbauer fordert die Gemeinderäte auf, ihre Entscheidung zu überdenken und Lösungen für den Erhalt des Waldbades zu finden.

Der Gemeinderat hatte aufgrund des schlechten technischen Zustands des fast 60 Jahre alten Freibades und eines Verlusts von 2,5 Millionen Litern Wasser pro Saison beschlossen, das Bad zu schließen. Bürgermeister Ramharter erläuterte, dass für die nächste Saison mindestens 170.000 Euro benötigt werden, während man nur mit 20.000 Euro Einnahmen rechnet. Zudem empfahl die Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn eine Stilllegung des Bades. Ramharter bat um konkrete Vorschläge zur Lösung des Problems, während Silberbauer Bedenken bezüglich der Unklarheit der Mängel äußerte und Informationen zu Reparaturkosten forderte. Die Situation wird durch Algenbewuchs und bereits durchgeführte Sanierungen an Sanitäranlagen und Solaranlagen zusätzlich erschwert.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Lösungen

Die Stadtgemeinde Pulkau hat sich aufgrund wirtschaftlicher Gründe entschlossen, das Sonnenwaldbad zu schließen. Hohe Betriebskosten und der technische Zustand des Bades sind ausschlaggebend. Für die kommende Badesaison wird ein Verlust von rund 100.000 Euro erwartet. Gemeinderäte aller Fraktionen haben intensiv über den Erhalt des Freibades diskutiert, jedoch keine tragfähige Lösung gefunden. Die angespannte finanzielle Situation der Gemeinde lässt keine weiteren Schulden zu, ohne andere gesetzlich verpflichtende Aufgaben zu gefährden. Die Entscheidung zur Schließung basiert somit auf wirtschaftlichen Notwendigkeiten und haushaltspolitischer Verantwortung. Die Gemeinde sucht nach neuen, realistisch umsetzbaren und finanziell tragfähigen Vorschlägen für die Zukunft des Bades.

Die Bevölkerung zeigt jedoch großes Interesse an der Rettung des Freibades. Viele Freibad-Fans haben bereits erste Ideen zur Unterstützung zusammengestellt, zu denen Beiträge von ansässigen Unternehmen, der Pfarre, Vereinsgründungen und gemeinsame Aktionen zählen. Diese Initiativen könnten einen Beitrag zur Finanzierung und zum Erhalt des Bades leisten.

Ein Blick über die Grenzen von Pulkau

Ähnliche Herausforderungen stehen auch anderen Gemeinden gegenüber. In Niedersachsen beispielsweise plant die Stadt Bad Iburg, ihr Freibad aufzugeben, es sei denn, die Bürger übernehmen den Betrieb. Hier ist die finanzielle Situation der Stadt so angespannt, dass sie den Betrieb und die Sanierungen nicht länger finanzieren kann. Die Schulden betragen über 20 Millionen Euro, und die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei über 2.200 Euro. In diesem Kontext zeigt sich, dass viele Kommunen vor der Entscheidung stehen, ihre Freibäder zu schließen, was die soziale Bedeutung dieser Einrichtungen in Frage stellt.

Experten betonen die Wichtigkeit von Bädern für die Gemeinschaft. Der durchschnittliche Investitionsbedarf pro Bad in Deutschland liegt bei etwa 2,5 Millionen Euro, und in vielen Fällen sind es die Bürger selbst, die durch Ehrenamtliche, Spenden und Zuschüsse Lösungen finden möchten, um ihre Freibäder zu erhalten. In Bad Iburg beispielsweise gibt es bereits einen Förderverein mit 500 Mitgliedern, der aktiv an der Wiedereröffnung des Freibades arbeitet und Spendenaktionen plant.

Die Situation in Pulkau ist somit Teil eines größeren Trends, der die Herausforderungen und Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung im Bereich kommunaler Infrastruktur aufzeigt. Die Frage bleibt, ob es gelingen wird, das Sonnenwaldbad zu retten und welche kreativen Lösungen die Gemeinde finden kann, um den Wünschen ihrer Bürger gerecht zu werden.

Für mehr Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in Pulkau, besuchen Sie bitte die Quelle und die Stellungnahme der Stadtgemeinde Pulkau.