In den letzten Monaten hat die Einführung einer neuen Gebührenstruktur für die Abfallentsorgung in Hollabrunn für Aufregung gesorgt. Viele Haushalte sind mit der ersten Abfallrechnung nach der Gebührenerhöhung konfrontiert worden, die einen Anstieg von bis zu 25 Prozent aufweist. Dies hat zu Unmut geführt, insbesondere bei den Bürgern, die bereits mit den Herausforderungen der Abfallentsorgung zu kämpfen haben. Ein Beispiel ist Jürgen Spacek aus Mailberg, dessen jährliche Abfallgebühren von 280 Euro auf 346 Euro gestiegen sind.
Die neue Gebührenstruktur beinhaltet eine Bereitstellungsgebühr von 66 Euro, die für den Zeitraum vom 1.1. bis 30.6.2026 erhoben wird. Zudem wurden auf den Rechnungen Fehler festgestellt, bei denen der Jahresbetrag fälschlicherweise anstelle des Teilbetrags vorgeschrieben wurde. Der Abfallverband hat jedoch klargestellt, dass bei vollständiger Zahlung im ersten Halbjahr keine weitere Vorschreibung des Bereitstellungsanteils erfolgt.
Ärger über Schließungen und Gebührenerhöhungen
Ein weiterer Punkt der Kritik ist die Schließung des Sammelzentrums in Mailberg, die die Bürger zwingt, weiter zu fahren, um ihre Abfälle zu entsorgen. Der Abfallverband hat den Vorwurf einer versteckten Gebührenerhöhung zurückgewiesen und erklärt, dass die Auswirkungen der neuen Gebührenstruktur variieren. So beträgt die Anpassung für eine Nutzungseinheit mit verschiedenen Tonnen maximal 23 Euro pro Jahr. Positiv hervorzuheben ist, dass die Kosten für die Biotonne um rund 14 Euro pro Jahr gesenkt wurden.
Die Gebührenstruktur wurde in Behandlungs- und Bereitstellungsanteil gegliedert und bietet nun ein erweitertes Leistungsangebot mit 18 Sammelzentren sowie zusätzlichen Baum- und Strauchschnittplätzen. Über 2.000 Bürger haben bereits von diesen neuen Angeboten Gebrauch gemacht. Politisch hat die Debatte um die neuen Gebühren an Fahrt aufgenommen; der Stadtrat Wolfgang Scharinger kritisiert Bürgermeister Alfred Babinsky, der betont, dass er die Interessen des gesamten Bezirks vertrete. Die Unterschiede bei den Gebührenerhöhungen sind auffällig: Während in Hollabrunn eine Erhöhung von 21 Prozent verzeichnet wird, sind es in Zellerndorf nur 0,1 Prozent.
Gebührenstruktur im Detail
Die Abfallgebühren setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Beispielsweise beträgt die Grundgebühr für eine 60 Liter Restabfalltonne 41,10 Euro pro Jahr, während eine 120 Liter Bioabfalltonne mit 4,50 Euro zu Buche schlägt. Auch die Zusatzleerungen für Rest- und Bioabfall kosten jeweils 6,00 Euro. Das System der Gebühren ist klar strukturiert und orientiert sich an der Behältergröße und -anzahl. Ab 2025 wird es zudem möglich sein, Größe und Anzahl der Mülltonnen nach Bedarf zu wählen.
Eine Anschlusspflicht an Restmüll- und Biotonne bleibt bestehen, wobei bei Eigenkompostierung auf die Biotonne verzichtet werden kann. Die Abfuhrintervalle für Rest- und Biomüll erfolgen in der Regel alle 14 Tage, während die Papiertonne alle vier Wochen geleert wird. Für die Bereitstellung der Tonnen gelten bestimmte Vorgaben, wie beispielsweise die rechtzeitige Bereitstellung bis 6:00 Uhr am Abfuhrtag.
Ausblick und zukünftige Entwicklungen
Die anhaltenden Diskussionen um die Abfallgebühren zeigen, dass die Bevölkerung von Hollabrunn ein großes Interesse an transparenter und fairer Abfallentsorgung hat. Mit der bevorstehenden Möglichkeit, Mülltonnen nach Bedarf zu wählen, könnte sich die Situation für viele Haushalte verbessern. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die neuen Regelungen auf die Abfallentsorgung und die Gebührenstruktur in der Region auswirken werden. Für weitere Informationen zu den Abfallgebühren und den Änderungen ab 2025 kann die offizielle Webseite der Abfallentsorgung besucht werden.