In Hollabrunn wird ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Die Bezirksblätter in Niederösterreich blicken auf 20 Jahre erfolgreicher Berichterstattung zurück. Redakteurin Alexandra Goll, die seit November 2005 Teil dieses Teams ist, reflektiert über ihre Zeit und die Herausforderungen, die sie in ihrer journalistischen Laufbahn gemeistert hat. Goll beschreibt den Wandel von jugendlicher Unbeschwertheit hin zu einem Leben voller Verantwortung und Engagement. Die alten Ausgaben der Bezirksblätter zeugen von viel Herzblut, das die Redaktion in ihre Arbeit investiert hat. Während früher viel Zeit in die Erstellung von Schlagzeilen geflossen ist, geschieht dies heutzutage oft in einem viel schnelleren Tempo. Der Wandel in der Medienlandschaft ist nicht zu übersehen.

Ein Blick auf die Erfahrungen von Goll zeigt, wie facettenreich der Journalismus sein kann. Ihre ersten Schritte im Beruf führten sie zu einem peinlichen Treffen mit Nationalrat Hannes Bauer und erforderten Mut, wie das Besteigen eines Windrades in Aspersdorf. Tragische Ereignisse, wie die Gasexplosion in Aspersdorf am 20. September 2017, die einen schweren Einfluss auf ihren Alltag hatte, sind Teil ihrer berufsbedingten Realität. Diese Explosion, verursacht durch eine undichte Gasleitung, führte zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Korneuburg und hinterließ eine schwer verletzte Frau sowie ihre Familie in einer schwierigen Lage. Solche Erlebnisse prägen die Arbeit von Journalist:innen und zeigen die Verantwortung, die sie tragen.

Technologischer Wandel und Teamgeist

Die journalistische Landschaft hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark verändert. Goll begann als freie Mitarbeiterin, die Texte und Fotos auf Diskette einreichte. 2008 trat sie in eine Festanstellung ein, die ihr wertvolle Einblicke in verschiedene Bereiche wie Grafik, Kleinanzeigen, Verkauf und Redaktion ermöglichte. Technische Fortschritte, von AS400-Systemen bis hin zur Online-Archivierung seit 2019, haben die Art und Weise, wie Journalismus betrieben wird, revolutioniert. In dieser dynamischen Umgebung erlebte Goll auch, wie wichtig Teamarbeit ist, besonders nach dem Tod des Geschäftsstellenleiters Josef Hess im Januar 2019. Die neue Unterstützung durch Kolleginnen wie Monika Kirchhauer und Sigrid Scheuer hat das Team gestärkt und die Qualität der Berichterstattung hochgehalten.

Inmitten dieser Veränderungen bleibt die Freude am Schreiben und an Begegnungen mit Menschen eine konstante Motivation für Goll und ihr Team. Der Fokus auf lösungsorientierten Journalismus und die Bekämpfung von Desinformation haben in ihrer Arbeit an Bedeutung gewonnen. Die Rolle des Journalismus ist in Zeiten, in denen selbstständige Meinungsbildung immer wichtiger wird, entscheidend. Die Ergebnisse der internationalen Worlds of Journalism Study (WJS3), die 2023 in Österreich durchgeführt wurde, zeigen, dass über ein Drittel der Journalist:innen von psychischem Druck und Ressourcenknappheit berichtet. Diese Studie, die die Belastungen von Journalist:innen weltweit untersucht, ist ein weiterer Beweis für die Herausforderungen, mit denen Goll und ihre Kolleg:innen konfrontiert sind.

Die Zukunft des Journalismus

Die Herausforderungen sind groß, doch das Team der Bezirksblätter ist bereit, ihnen zu begegnen. Die Mehrheit der Journalist:innen hält an ethischen Standards fest, auch wenn der Relativismus in außergewöhnlichen Situationen zunimmt. Goll und ihr Team arbeiten daran, qualitativ hochwertige Berichterstattung zu liefern und die Entwicklungen in der Medienlandschaft aktiv zu gestalten. Die Zukunft des Journalismus wird von den Ergebnissen dieser umfassenden Studien beeinflusst und verspricht eine Evolution in der Art und Weise, wie Geschichten erzählt werden.

Ein weiterer Aspekt, der die Bezirksblätter auszeichnet, ist die Verbindung zur lokalen Wirtschaft. So wird die Firma RUDDA, die seit über 50 Jahren Parkettböden und Innentüren anbietet, erwähnt. Gegründet von Ing. Friedrich Rudda in den 1970er-Jahren, hat sich das Unternehmen durch außergewöhnliche Produkte und eine große Vielfalt an Parkettböden einen Namen gemacht. Diese lokale Vernetzung ist für die Bezirksblätter von Bedeutung und zeigt, wie eng der Journalismus mit der Community verbunden ist.

Die letzten 20 Jahre der Bezirksblätter sind ein beeindruckendes Zeugnis für den Wandel und die Herausforderungen im Journalismus. Alexandra Goll und ihr Team sind bereit, sich auch in Zukunft den Herausforderungen zu stellen und qualitativ hochwertige Berichterstattung zu liefern, die die Gesellschaft informiert und inspiriert.