Im Bezirk Hollabrunn wird ein bemerkenswerter Meilenstein gefeiert: Alexandra Goll blickt auf 20 Jahre bei den Bezirksblättern zurück. Ihre journalistische Karriere begann im November 2005, und schon der erste Termin brachte eine peinliche Begegnung mit dem Nationalrat Hannes Bauer mit sich, die sie nicht so schnell vergessen wird. Seitdem hat sie viele Erfahrungen gesammelt, darunter das Besteigen eines Windrades in Aspersdorf und ein emotionales Interview mit den Eltern der vermissten Julia Kührer.
Ein einschneidendes Ereignis war die Gasexplosion in Aspersdorf am 20. September 2017, die nicht nur Golls Alltag, sondern auch den ihrer Kollegen beeinflusste. Die Explosion eines Einfamilienhauses ereignete sich in der Nähe des Büros, und die Staatsanwaltschaft Korneuburg ermittelt derzeit wegen fahrlässiger Gemeingefährdung gegen unbekannte Täter. Die Ursache der Explosion wird einer undichten Stelle in der Gasleitung zugeschrieben, möglicherweise aufgrund einer mechanischen Beschädigung. Eine 37-jährige Frau wurde schwer verletzt, benötigt noch eine Operation an den Unterarmen und ihr Ehemann sowie ihr sechsjähriger Sohn wohnen aktuell bei den Eltern des Mannes.
Ein Blick auf die Entwicklung der Medienlandschaft
Alexandra Goll startete ihre Laufbahn als freie Mitarbeiterin, damals noch mit Fotos und Texten auf Diskette. 2008 folgte die Festanstellung, die ihr einen tiefen Einblick in verschiedene Bereiche wie Grafik, Kleinanzeigen, Verkauf und Redaktion ermöglichte. Technische Veränderungen prägten ihre Arbeit, angefangen von der Nutzung des AS400-Systems bis hin zu modernen Programmen und der Online-Archivierung, die seit 2019 implementiert ist.
Die Medienlandschaft hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, was sich auch in der internationalen Worlds of Journalism Study (WJS3) widerspiegelt, die 2023 in Österreich durchgeführt wurde. Forscher:innen haben 856 österreichische Journalist:innen zu ihren Arbeitsbedingungen und ethischen Grundsätzen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass über ein Drittel der Befragten erniedrigende Äußerungen oder öffentliche Diskreditierung ihrer Arbeit erlebt hat. Ein ähnlicher Anteil äußert Sorgen um das psychische und körperliche Wohlbefinden, was die Herausforderungen des heutigen Journalismus verdeutlicht.
Herausforderungen und Chancen im Journalismus
In Zeiten von Zeitdruck und Ressourcenknappheit, wie sie 64% der Befragten berichteten, bleibt der Anspruch an den Journalismus hoch. Die Mehrheit der Journalist:innen hält sich an ethische Standards, auch wenn der Relativismus in außergewöhnlichen Situationen manchmal zunimmt. Goll hat die Entwicklung hin zu einem stärkeren Fokus auf lösungsorientierten Journalismus und die Bekämpfung von Desinformation erlebt. Dies sind wichtige Aspekte, die auch ihre Arbeit bei den Bezirksblättern prägen.
Die Freude am Schreiben und an Begegnungen mit Menschen ist für Goll eine konstante Quelle der Motivation. Trotz der Herausforderungen, die das Berufsleben mit sich bringt, bleibt sie optimistisch und engagiert. Die Unterstützung durch neue Mitarbeiter wie Monika Kirchhauer und Sigrid Scheuer hat das Team gestärkt, insbesondere nach dem plötzlichen Tod des Geschäftsstellenleiters Josef Hess im Januar 2019.
In einer Zeit, in der das Publikum zunehmend auf selbstständige Meinungsbildung angewiesen ist, ist die Rolle des Journalismus wichtiger denn je. Goll und ihr Team sind bereit, diesen Herausforderungen zu begegnen und weiterhin qualitativ hochwertige Berichterstattung zu liefern. Weitere Entwicklungen in der Medienlandschaft werden zeigen, wie sich dieser Berufszweig in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird.
Für mehr Informationen über Alexandra Golls beeindruckende Karriere und die Ereignisse in Hollabrunn besuchen Sie bitte die Bezirksblätter oder die ORF Berichterstattung.