Das Museum im Prediger in Schwäbisch Gmünd lädt Kunstliebhaber und Interessierte zu einer faszinierenden Themenführung ein, die sich mit der Verbindung von Literatur und Mythologie in der bildenden Kunst beschäftigt. Die Ausstellung umfasst Werke bedeutender Künstler, die sich von klassischen Literaturwerken, dem schwäbischen Sagenschatz, dem Alten Testament und griechisch-römischen Mythen inspirieren ließen. Eine Anmeldung für den Besuch ist nicht erforderlich, sodass spontane Besuche möglich sind. Der Museumsshop bietet zudem eine Auswahl an Kunstwerken und Souvenirs.
Besonders hervorzuheben ist die Führung am Ostersonntag um 15 Uhr, die von Karin Schnabl geleitet wird. Sie wird Kunstwerke präsentieren, die Geschichten aus der Vergangenheit erzählen und den Besuchern einen tiefen Einblick in die Inspirationsquellen der Künstler geben.
Künstler im Fokus
Unter den ausgestellten Künstlern befindet sich auch Emanuel Leutze, ein deutsch-amerikanischer Historienmaler, der am 24. Mai 1816 in Schwäbisch Gmünd geboren wurde und am 18. Juli 1868 in Washington, D.C. verstarb. Leutze, bekannt für sein bedeutendstes Werk „Washington Crossing the Delaware“ (1851), war ein Teil der Düsseldorfer Schule und wurde stark von der europäischen und amerikanischen Geschichte inspiriert. In der Ausstellung im Museum ist sein Werk „Tasso und die beiden Leonoren“ von 1859 zu sehen, das Öl auf Leinwand im Format 100 x 80 cm zeigt.
Leutze zog 1825 in die USA, wo er seine künstlerische Ausbildung begann. Nach seiner Rückkehr nach Europa studierte er in Düsseldorf und war unter dem Einfluss von bedeutenden Künstlern wie Carl Friedrich Lessing und Wilhelm von Schadow. Seine Werke thematisieren nicht nur europäisch-amerikanische Geschichte, sondern auch mythologische und literarische Inhalte, die in der aktuellen Ausstellung behandelt werden.
Einblick in die Düsseldorfer Malerschule
Die Düsseldorfer Malerschule, zu der Leutze gehörte, hat nach 1945 bedeutende Impulse für die Malerei gegeben, die von den Entwicklungen in den USA beeinflusst wurden. Künstler wie Joseph Beuys und Gerhard Richter haben in dieser Zeit neue Wege beschritten und die Kunstszene in Düsseldorf revolutioniert. Die Akademie öffnete sich internationalen Tendenzen und förderte innovative Bewegungen wie die informelle Malerei und die Fluxus-Bewegung, die traditionelle Kunstformen in Frage stellte.
Mit der Gründung der Gruppe ZERO in den 1960er Jahren und den einflussreichen Arbeiten von Künstlern wie Heinz Mack und Otto Piene, wurde Düsseldorf zu einem wichtigen Standort für zeitgenössische Kunst. Die Becher-Schule, die von Bernd und Hilla Becher ins Leben gerufen wurde, setzte neue Maßstäbe in der Fotografie und dokumentierte die Industrie mit einem sachlichen Ansatz.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ausstellung im Museum im Prediger nicht nur einen Rückblick auf die Werke von Künstlern wie Emanuel Leutze bietet, sondern auch einen Kontext zu den Entwicklungen in der Kunstszene von Düsseldorf und darüber hinaus schafft. Ein Besuch lohnt sich, um die Verbindungen zwischen Kunst, Literatur und Mythologie hautnah zu erleben.
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