Es ist ein Anlass, der für Schwäbisch Gmünd ganz groß gefeiert wird: Am 11. Oktober 2025 jährt sich die Verwendung des Einhorns als Stadtsymbol zum 750. Mal. Bereits 1275 wurde dieses eindrucksvolle Fabeltier zum ersten Mal im Stadtsiegel der Stadt dokumentiert. Ein Ereignis, das in die Annalen der Stadtgeschichte eingehen wird. In den kommenden Wochen werden zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, um dieses einzigartige Jubiläum gebührend zu zelebrieren. So berichtet die Stadtverwaltung auf ihrer Website über die umfassenden Feierlichkeiten, die darauf abzielen, die Bedeutung des Einhorns für die Stadt hervorzuheben und zugleich die kulturellen Wurzeln zu beleuchten.

Das Einhorn von Schwäbisch Gmünd ist nicht nur ein einfaches Wappentier; es gilt als das älteste kommunale Einhorn im deutschsprachigen Raum. Wie die Webseite *Ostalbum* erklärt, wurde das Gmünder Stadtsiegel am 3. Februar 1277 an eine Urkunde gehängt, während ein weiteres Dokument bereits am 11. Oktober 1275 mit diesem Siegel beglaubigt wurde. Ursprünglich symbolisierte das Einhorn die reichsstädtische Autonomie und hat sich über die Jahrhunderte hinweg einen festen Platz in der Identität der Stadt erarbeitet.

Die Feierlichkeiten im Detail

Am Jubiläumsdatum selbst erwartet die Gäste ein gestrafftes Programm, das Familien und Kulturinteressierte anspricht. Um 11 Uhr startet die „Bunte Lesewelt“ in der Stadtbibliothek, die speziell für Kinder von 5 bis 8 Jahren konzipiert ist. Geschichten hören, basteln und malen stehen dabei auf der Tagesordnung. Um 14.30 Uhr folgt eine Stadtführung mit dem Titel „Einhorn – Scheinhorn – Kein Horn“ unter der Leitung von Marlene Grimminger und Susanne Lutz. Interessierte sollten sich zuvor anmelden und einen Unkostenbeitrag von 15 Euro bereitstellen.

Das große Highlight des Tages wird die Eröffnung einer Ausstellung sein, die unter dem Motto „750 Jahre Einhorn-Wappen – 750 Einhörner gesucht!“ steht. Hier können Kunstwerke von Kindern und Jugendlichen bewundert werden, die mit ihrem kreativen Schaffen zur Feierlichkeit beitragen. Parallel dazu werden um 16 Uhr die neuen Atelierräume in der Jugendkunstschule eröffnet. Um 17 Uhr wird schließlich das Buch „Das Einhorn von Schwäbisch Gmünd: 750 Jahre eines Stadtsymbols“ vorgestellt, das die Geschichte des Einhorns und seine Tricks durch die Zeit beleuchtet.

Weitere Veranstaltungen und ein Blick in die Vergangenheit

Die Feierlichkeiten beschränken sich nicht nur auf den 11. Oktober. Auch die darauffolgenden Tage sind mit zusätzlichen Events gefüllt. So wird am 12. Oktober um 16 Uhr ein Goldpokal der Renaissance im Museum im Prediger präsentiert. Dr. Marian Wild wird am 14. Oktober um 19 Uhr in einem Vortrag über die queeren Anwandlungen des Einhorns sprechen. Eine Wiederholung der Stadtführung findet am 16. Oktober um 17.30 Uhr statt.

Um die tiefere Bedeutung des Einhorns zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte. In alten Schriften, etwa im Physiologus, wird das Einhorn als unzähmbares Tier beschrieben, das nur von einer Jungfrau gefangen werden kann. Diese Symbolik spiegelte sich auch in der Baukunst der Gmünder Kirche wider, die im 14. bis 16. Jahrhundert von der Marienverehrung geprägt war. Im 17. Jahrhundert wurde das Einhorn in einer neuen Deutung während der Gegenreformation verwendet. Heute steht es nicht nur für Tradition, sondern wird auch im Kontext der LSBTIQ*-Bewegung als Symbol für Diversität gefeiert, wie die Informationen von *Ostalbum* zeigen.

Für weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten zu den Veranstaltungen empfehlen wir einen Blick auf die Webseite der Stadt Schwäbisch Gmünd sowie die Plattform von *Ostalbum* und die Wikipedia-Seite des Einhorns.