Der Internationale Frauentag wird am Sonntag, den 8. März, weltweit gefeiert und hat seinen Ursprung im Jahr 1909 in den USA. Seit seiner Verbreitung nach Europa wurde der Tag 1975 von den Vereinten Nationen (UN) institutionalisiert. Ursprünglich forderte die Bewegung das Frauenwahlrecht, doch die Gleichstellung der Geschlechter ist bis heute nicht erreicht. In Schwäbisch Gmünd wird der Frauentag seit Mitte der 80er Jahre gefeiert und bietet eine Plattform für wichtige Themen rund um die Geschlechtergerechtigkeit.
In diesem Jahr finden in Schwäbisch Gmünd von Ende Februar bis Ende März insgesamt 26 Veranstaltungen und Aktivitäten statt, die von verschiedenen Organisationen, darunter die Gmünder Volkshochschule und der ZONTA-Club, organisiert werden. Die Veranstaltungen umfassen Vorträge, Diskussionen, Kino, kreative und solidarische Aktionen, die alle darauf abzielen, auf die Herausforderungen und Errungenschaften von Frauen aufmerksam zu machen.
Vielfältige Veranstaltungen in Schwäbisch Gmünd
Der Auftakt der Veranstaltungsreihe erfolgt am 24. Februar mit dem Vortrag „Queere Menschen in der Bibel“ von Pfarrer Manfred Metzger. Weitere Highlights sind die digitale Existenzgründungsveranstaltung am 26. Februar, das „Weibermalcafé“ und der Frauenkreis, die ebenfalls am 26. Februar beginnen. Am 1. März wird der Kinoabend mit dem Film „Geliebte Köchin“ stattfinden, gefolgt von einem Vortrag über Sicherheit am 4. März und einem Online-Vortrag zur Altersvorsorge am 5. März.
Am 6. März findet der Weltgebetstag mit dem Motto „I will give you rest, come“ statt, während am 7. März ein Selbstverteidigungskurs für Frauen angeboten wird. Der 8. März, der Internationale Frauentag, steht im Zeichen einer Wortgottesfeier in St. Michael und dem 20-jährigen Jubiläum des ZONTA-Clubs. Die Veranstaltungen setzen sich mit Themen wie Altersvorsorge, Gewalt gegen Frauen und der Vereinbarkeit von Familie und Karriere auseinander und bieten somit eine breite Palette an Informationen und Unterstützung.
Aktuelle Herausforderungen und Fortschritte
Obwohl die Welt für Frauen und Mädchen gleichberechtigter ist als je zuvor, bleibt der Fortschritt in vielen Bereichen „zu langsam, zu fragil und zu ungleichmäßig“, so UN Women. In Deutschland sind Frauen häufig von Armut, Gewalt und Diskriminierung betroffen. 2023 wurden 167.639 Fälle von Partnerschaftsgewalt angezeigt, was einem Anstieg von 6,4% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die WHO berichtet, dass jede dritte Frau psychische oder sexualisierte Gewalt erlebt, oft in Partnerschaften. Zudem haben Frauen in Deutschland im Durchschnitt einen Gender Pay Gap von 16%, was bedeutet, dass sie im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen weniger verdienen.
Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit von Initiativen wie dem Internationalen Frauentag, der nicht nur auf bestehende Probleme hinweist, sondern auch Möglichkeiten zur Verbesserung aufzeigt. Das Motto für den Internationalen Frauentag 2025 lautet: „Für ALLE Frauen und Mädchen: Rechte, Gleichwertigkeit und Empowerment.“ Diese Forderung ist aktueller denn je.
Ein Blick in die Zukunft
Die Veranstaltungen in Schwäbisch Gmünd und die globale Diskussion um Geschlechtergerechtigkeit sind Teil eines umfassenderen Kampfes für die Rechte von Frauen. Der Fünfte nachhaltige Entwicklungsziel der UN strebt gesetzliche Rahmenbedingungen zur Förderung der Gleichstellung und Nichtdiskriminierung an. In den letzten Jahren gab es weltweit 56 positive Rechtsreformen im Bereich Geschlechtergerechtigkeit, doch in vielen Ländern fehlt es nach wie vor an grundlegenden Gesetzen gegen Diskriminierung von Frauen.
Der Internationaler Frauentag erinnert uns daran, dass der Kampf um Gleichstellung und Gerechtigkeit für alle Geschlechter weitergeht. Die Veranstaltungen in Schwäbisch Gmünd sind eine wertvolle Gelegenheit, sich zu vernetzen, zu lernen und aktiv für eine gerechtere Gesellschaft einzutreten. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie bei der Stabsstelle Chancengleichheit und den Veranstaltern.