In der Region Schwäbisch Gmünd stehen die Flüsse Rems und Kocher kurz vor der Hochwassermeldemarke. Die Hochwasservorhersagezentrale warnt vor einem zweijährigen Hochwasserereignis, das durch tagelange Regenfälle und Tauwetter bis auf die Alb sowie ein großes Regengebiet am Albtrauf verursacht wird. Der Remspegels in Schwäbisch Gmünd steigt steil an, und auch der Kocher bei Abtsgmünd weist bereits kritische Werte auf. Die Situation ist angespannt, da der Fils in Salach die Hochwassermeldemarke bereits überschritten hat. Prognosen deuten darauf hin, dass der Rems zu Mittagszeit die Hochwassermeldemarke erreichen könnte, abhängig von anhaltenden Regenfällen. Aktuell besteht jedoch noch keine unmittelbare Gefahr; die Behörden und die Feuerwehr sind jedoch in erhöhter Alarmbereitschaft.
Für den Nachmittag wird ein zweijähriges Hochwasserereignis erwartet, was zu Überschwemmungen der Uferpromenaden am Josefsbach und im Remspark führen könnte. Aus diesem Grund sind die Uferpromenaden vorsorglich gesperrt. Der Dauerregen soll am Nachmittag nachlassen, was möglicherweise zu einer Entspannung der Lage bis zum Abend führen könnte. Um 11 Uhr wurde bereits ein Hochwasservoralarm für das Remstal gemeldet; im Remspark ist der Zustand „Land unter“ bereits erreicht. Weitere Informationen zu dieser aktuellen Situation sind in einem Artikel der Remszeitung nachzulesen.
Die Lage im Rems-Murr-Kreis
Im Rems-Murr-Kreis hingegen gibt es trotz der Regenfälle aktuell keine Hochwassergefahr an Rems und Wieslauf. Die Menschen im Landkreis reagieren sensibel auf Regen, besonders nach dem verheerenden Hochwasser im Jahr 2024. Am Mittwochmorgen, dem 4. Juni, gab es erneut starke Regenfälle, doch die Ausgangslage hat sich im Vergleich zu den Vorjahren fundamental verändert. Besonders im Mai 2024 hatte sich die Situation durch anhaltende starke Regenfälle zugespitzt. Informationen zu dieser Datenlage finden Sie im Bericht der ZVW.
Einordnung und Trends
Hochwasserereignisse sind seit jeher ein zentrales Thema in der öffentlichen Wahrnehmung. Diese Ereignisse sind stärker im Bewusstsein als mittlere Abfluss-Schwankungen. Eine Zeitreihe, die seit 1961 verschiedene Hochwasserereignisse untersucht, zeigt unterschiedliche Ausprägungen. Hochwassertage, definiert als Tage mit einem mittleren Tagesabfluss über dem mittleren Hochwasserabfluss (MHQ), zeigen, dass Hochwasserereignisse durch regionale Witterungskonstellationen ausgelöst werden können. Sommerhochwasser resultieren häufig aus mehrtägigen Regenfällen oder Starkregen, während Winterhochwasser oft durch anhaltende Niederschläge oder Tauwetter verursacht werden.
Die Entwicklung der Hochwassertage zeigt dabei geringe signifikante Trends für das Sommer- und Winterhalbjahr, was darauf hinweist, dass Hochwasserereignisse in beiden Halbjahren auftreten, jedoch etwas vermehrt im Winter. Die Anzahl der Sommerhochwasser an Weser und Elbe ist rückläufig, während der Klimawandel das Potenzial für Starkregen erhöhen könnte. Die zunehmende Versiegelung sowie Bodenverdichtung und die Begrenzung natürlicher Überflutungsflächen haben ebenfalls Einfluss auf das Hochwassergeschehen. Weitere Informationen zu dieser Thematik sind auf der Webseite des Umweltbundesamtes zu finden.