In Schwäbisch Gmünd sorgt ein Hangrutsch für besorgte Gesichter. Betroffen sind drei Mehrfamilienhäuser an der Oberbettringer Straße 75, 77 und 79. Die Situation ist angespannt, und Erster Bürgermeister Christian Baron hat die Bewohner im Gemeinderat über die Gefahren informiert. Der Hang, der sich seit Jahrzehnten in Bewegung befindet, zeigt nicht nur bei den betroffenen Häusern Probleme auf; auch Anwohner der Werrenwiesenstraße berichten von Rutschungen am darüber liegenden Hang. Die Bebauung an der Oberbettringer Straße war gezwungen, auf Fels gegründet zu werden, um den Herausforderungen der Natur zu trotzen.

Die jüngsten Ereignisse, insbesondere die Starkregenfälle im Sommer 2024, haben die Problematik verschärft. Diese Niederschläge führten sogar dazu, dass ein ICE entgleiste. Laut einem Gutachten hat sich der Hang unterhalb der betroffenen Gebäude seit Jahresende um 3,15 Meter gesenkt. Um der Gefahr entgegenzuwirken, empfiehlt das Gutachten den Einsatz von Drainagen zur Wasserableitung und das Pflanzen tiefwurzelnder Bäume zur Stabilisierung des Geländes. Die Stadtverwaltung hat den Eigentümern bis zum 20. Februar ein Ultimatum gesetzt, um ein Gutachten zur Standsicherheit der Gebäude vorzulegen.

Die Herausforderungen der Eigentümer

Die Eigentümer der 21 betroffenen Wohnungen sehen sich nun in einer schwierigen Lage. Bei Nichterfüllung der Frist wird die Stadt als Ordnungs- und Baurechtsbehörde eingreifen, was im schlimmsten Fall zur Räumung der Wohnungen führen könnte. Die Stadt wäre dann verpflichtet, den betroffenen Bewohnern neuen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Bürgermeister Baron betont die Notwendigkeit, die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten und die Situation ernst zu nehmen. Sicherungsmaßnahmen könnten sich auf bis zu 1,4 Millionen Euro belaufen, wobei die Geotechnik Aalen die Kosten für das Haus an der Abbruchkante auf 350.000 bis 500.000 Euro schätzt, während die Nachbarhäuser mit 150.000 bis 200.000 Euro veranschlagt werden.

Die Gespräche mit den Versicherungen gestalten sich ebenfalls kompliziert. Zwei Versicherer haben bislang nicht an den Verhandlungen teilgenommen und sehen sich nicht in der Pflicht, da nur die Gebäude versichert sind. Celestino Piazza von der Vereinigten Gmünder Wohnungsbau (VGW) äußert jedoch Hoffnung auf positive Entwicklungen bei der Sparkassenversicherung. In der kommenden Woche steht eine Eigentümerversammlung an, in der Entscheidungen über die Hangsicherung getroffen werden sollen.

Ursachen und Risiken von Hangrutschungen

Hangrutschungen sind kein seltenes Phänomen und werden meist durch starke Niederschläge ausgelöst. Wasser dringt in tiefere Bodenschichten ein und lockert zuvor gebundene Schichten. Schwerkraft und abnehmende Haftreibung führen dann zum Abrutschen des Hangs. In Schwäbisch Gmünd könnte die Schneeschmelze im Frühjahr die Situation noch weiter verschärfen und zu weiteren Rutschungen führen.

Die Gefahren für die betroffenen Gebäude sind erheblich. Erhöhte Risiken für Gebäudeschäden bestehen insbesondere bei Schwachstellen oder fehlenden Hangsicherungsmaßnahmen. Leichte Hangrutsche können bereits Risse im Mauerwerk verursachen und Fenster oder Glastüren beschädigen. Bei anhaltenden Bewegungen der Hangrutschung besteht die Gefahr, dass das Gebäude in Schräglage gerät oder sogar umkippt. Daher ist es wichtig, frühzeitig Hangsicherungsmaßnahmen durchzuführen, um das Risiko zu minimieren.

In Schwäbisch Gmünd bleibt die Situation angespannt, und die Verantwortlichen sind gefordert, schnellstmöglich Lösungen zu finden, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten. Die Entwicklungen rund um den Hangrutsch werden weiterhin aufmerksam verfolgt, und alle Beteiligten hoffen auf positive Nachrichten in den kommenden Wochen. Weitere Informationen finden Sie in der Gmünder Tagespost und SWR Aktuell, während Sie sich über weitere Risiken und Maßnahmen zur Prävention von Hangrutschungen in Deutschland auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe informieren können.