In Schwäbisch Gmünd hat ein Hangrutsch im Ostalbkreis seit Monaten die Besorgnis der Anwohner geweckt. Der Hang ist in den letzten drei Monaten um rund drei Meter gerutscht, was zu einem dringenden Handlungsbedarf geführt hat. Gutachten für die Oberbettringer Straße 75 und 79, die am 19. Februar 2026 bei der Stadtverwaltung eingereicht wurden, bestätigen, dass beide Mehrfamilienhäuser mit jeweils sieben Wohnungen vorerst standsicher sind. Erster Bürgermeister Christian Baron informiert darüber, dass trotz der momentanen Stabilität dringender Handlungsbedarf besteht und bereits eine Planung für Sicherungsmaßnahmen im Gange ist. Die Geotechnik Aalen wurde beauftragt, die Bauarbeiten auszuschreiben, die unter anderem die Befestigung der Böschung mit Mikropfählen und einer Spritzbetonschale umfassen werden. Die Frage, ob die Standsicherheitsgutachten regelmäßig erneuert werden müssen oder ob ein Monitoring notwendig ist, bleibt jedoch offen.

Für das Gebäude Oberbettringer Straße 77 kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden. Die Stadtverwaltung hat die Frist für die Vorlage des Standsicherheitsgutachtens für dieses Haus verlängert, nachdem das ursprüngliche Ultimatum am 20. Februar 2026 abgelaufen ist. Die Situation ist angespannt, denn bei Nichterfüllung der Frist könnte die Stadt als Ordnungs- und Baurechtsbehörde eingreifen, was möglicherweise zur Räumung der Wohnungen führen könnte. In solch einem Fall wäre die Stadt verpflichtet, den betroffenen Bewohnern Wohnraum zur Verfügung zu stellen, sollte dies notwendig werden.

Die finanziellen Aspekte der Sicherungsmaßnahmen

Die finanziellen Ausmaße der nötigen Sicherungsmaßnahmen sind beträchtlich. Schätzungen von Geotechnik Aalen sprechen von Kosten zwischen 350.000 und 500.000 Euro für die Sicherung des Hauses an der Abbruchkante, während für die benachbarten Häuser mit 150.000 bis 200.000 Euro gerechnet wird. Insgesamt könnten die Sicherungsmaßnahmen bis zu 1,4 Millionen Euro kosten. Die Verantwortlichen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Vereinigte Gmünder Wohnungsbau (VGW), die zwei der drei betroffenen Häuser verwaltet, hoffen auf ein neues Gutachten oder belastbare Informationen, um die Situation besser einschätzen zu können.

Die Schneeschmelze im Frühjahr könnte den Hangrutsch zusätzlich begünstigen, was die Dringlichkeit der Maßnahmen noch verstärkt. Mögliche weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Hangs könnten Drainagen zur Wasserableitung, bauliche Stabilisierung oder sogar die Bepflanzung mit tiefwurzelnden Pflanzen umfassen. In Anbetracht der unsicheren Lage planen die Eigentümer eine außerordentliche Versammlung, um über notwendige Reparaturen und Kosten zu diskutieren.

Faktoren für die Hang- und Böschungsstabilität

Die Stabilität von Hängen und Böschungen kann durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt werden, darunter Massenschwerebewegungen wie Steinschlag, Felssturz und Hangrutschungen. Im Schadensfall ist eine unverzügliche Begutachtung des betroffenen Geländes von entscheidender Bedeutung, um kurzfristige Gefahren abzuwehren und langfristige Sicherungslösungen zu planen. Fachkenntnisse im Verkehrswegebau sowie im Hoch- und Tiefbau sind unerlässlich, um die Standsicherheit zu gewährleisten. Die Planung und Ausführung von Erkundungsmaßnahmen sowie die Analyse und Verarbeitung von Geodaten sind ebenfalls zentrale Aspekte, die in derartigen Fällen berücksichtigt werden müssen.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd steht vor einer Herausforderung, die sowohl die Sicherheit der Bewohner als auch erhebliche finanzielle Implikationen betrifft. Das weitere Vorgehen wird entscheidend sein, um die Stabilität der betroffenen Gebäudestrukturen zu sichern und die Lebensqualität der Anwohner zu gewährleisten. Die Entwicklungen in den kommenden Wochen werden hier von entscheidender Bedeutung sein. Weitere Informationen zu den laufenden Maßnahmen können auf den jeweiligen Webseiten der Stadtverwaltung und der verantwortlichen Geotechnik Aalen nachgelesen werden, sowie in den aktuellen Berichten der Gmünder Tagespost und dem SWR.