In der Stadt Schwäbisch Gmünd stehen derzeit drei Häuser im Fokus, die durch einen Hangrutsch akut bedroht sind. Die Stadt hat den Eigentümern eine Schonfrist gewährt, um die Standsicherheit der Gebäude nachzuweisen. Ursprünglich sollten die Eigentümer bis zum 20. Februar 2026 handeln, andernfalls drohte eine Räumung der insgesamt 21 Wohnungen in diesen Häusern. Der Erste Bürgermeister Christian Baron (CDU) betonte die Wichtigkeit der Sicherheit der Bewohner und informierte, dass bereits zwei Gutachten vorliegen, während ein drittes Gutachten für das am stärksten bedrohte Haus in der kommenden Woche erwartet wird. Die Standsicherheit der weniger gefährdeten Häuser ist zwar gegeben, dennoch wird das Risiko insgesamt als sehr hoch eingeschätzt.
Der Hangrutsch wurde durch einen Starkregen im Juni 2024 ausgelöst, der auch Auswirkungen auf den Schienenverkehr hatte, als zwei Waggons eines ICE mit 185 Passagieren entgleisten – glücklicherweise gab es dabei keine Verletzten. Aktuell steht die Stadt im Austausch mit den Versicherungen, die jedoch zunächst angaben, dass es sich nicht um einen Versicherungsfall handle, da nur die Häuser, nicht das Grundstück versichert sind. Alle drei betroffenen Gebäude sind jedoch mit einer Elementarschadenversicherung ausgestattet (Quelle).
Aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen
Ein weiteres Gutachten aus dem Dezember 2025 hat ergeben, dass der Hang in Schwäbisch Gmünd in den letzten drei Monaten um drei Meter gerutscht ist. Diese alarmierende Entwicklung könnte durch die Schneeschmelze im kommenden Frühjahr verstärkt werden, was das Risiko eines weiteren Hangrutsches erhöhen würde. Um die Gefahrenlage zu entschärfen, denkt die Stadt über verschiedene Maßnahmen nach, darunter Drainagen zur Wasserableitung, bauliche Stabilisierungen oder die Pflanzung tiefwurzelnder Pflanzen. Die Kosten für eine umfassende Sicherung des Hangs könnten sich auf bis zu 1,4 Millionen Euro belaufen, wobei die Schätzungen für die einzelnen Häuser zwischen 150.000 und 500.000 Euro liegen (Quelle).
Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Vereinigte Gmünder Wohnungsbau (VGW) verwaltet zwei der drei betroffenen Häuser. Ihr Chef, Celestino Piazza, äußerte die Hoffnung auf ein neues Gutachten oder belastbare Informationen bis zur Frist. Die Eigentümer planen außerdem eine außerordentliche Versammlung, um über notwendige Reparaturen und die finanziellen Aspekte zu diskutieren. Es bleibt jedoch unklar, inwieweit die Versicherungen sich an den entstehenden Kosten beteiligen werden, da diese sich bisher zurückhaltend zeigen.
Die Gefahren von Hangrutschungen
Hangrutschungen stellen ein ernstzunehmendes Risiko für Gebäude dar, besonders wenn sie in Hangrutschgebieten liegen. Diese Naturereignisse werden häufig durch starke Niederschläge ausgelöst, die dazu führen, dass Wasser in tiefere Bodenschichten eindringt und die zuvor stabilen Schichten lockert. Dies kann zu immensen Schäden an Gebäuden führen, insbesondere wenn keine Hangsicherungsmaßnahmen vorhanden sind. So können selbst leichte Hangrutsche Risse im Mauerwerk verursachen und Fenster oder Glastüren beschädigen. Vorbeugende Maßnahmen, wie das Vermeiden des Bauens an Hängen mit Hangrutschgefahr und die rechtzeitige Durchführung von Hangsicherungsmaßnahmen, sind entscheidend, um die Sicherheit von Bewohnern zu gewährleisten (Quelle).
Mit Blick auf die Situation in Schwäbisch Gmünd bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen auf die aktuellen Herausforderungen reagieren werden. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Anwohner stehen dabei an oberster Stelle. Das Zusammenspiel von Naturereignissen, baulichen Maßnahmen und dem Austausch mit Versicherungen wird entscheidend sein, um mögliche Gefahren abzuwenden und die betroffenen Häuser langfristig zu sichern.