In Schwäbisch Gmünd wird ab Montag, dem 23. Februar 2026, die Rauchbeinstraße sowie ein Teil der Leutzestraße für drei Monate zur Einbahnstraße. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um gefährliche Verkehrssituationen, insbesondere während der Bring- und Abholzeiten vor der Rauchbeinschule und dem Kinderhaus Kunterbunt, zu entschärfen. Der Verkehr soll künftig über die Kleine Leutzestraße sowie die Charlottenstraße oder Wilhelmstraße abfließen. Gespräche mit der Schulleitung, Elternvertretungen und der Kindergartenleitung führten zu diesem Schritt, der auf das Anliegen der Anwohner reagiert, die sich über unübersichtliche Verkehrsverhältnisse beschwerten.
Etwa 180 Schülerinnen und Schüler besuchen die Rauchbeinschule. Viele Eltern nutzen Autos, um ihre Kinder zur Schule zu bringen, was oft zu chaotischen und gefährlichen Situationen führt. Bereits existierende Halteverbotszonen werden häufig missachtet, was die Situation zusätzlich verschärft. Das Aufsichtspersonal und das Ordnungsamt versuchen, durch Hinweise auf Fehlverhalten der Eltern eine Verbesserung herbeizuführen. Ziel ist es, die „Kiss-and-Go“-Zone zu erweitern, damit Kinder sicher aus dem Fahrzeug auf den Gehweg aussteigen können. Diese Maßnahme ist in Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei erfolgt. Zudem werden vor und während des Versuchs Verkehrszählungen durchgeführt, um eventuelle Verkehrszunahmen zu dokumentieren.
Die Problematik rund um das Elterntaxi
Die Problematik des Elterntaxis ist nicht nur in Schwäbisch Gmünd ein Thema. In vielen Kommunen führt das Bringen der Kinder mit dem Auto direkt vor die Schule zu chaotischen Verkehrssituationen, die das Unfallrisiko für alle Verkehrsteilnehmer erhöhen. Kinder verlieren dadurch die Möglichkeit, selbstständig und sicher im Straßenverkehr zu lernen. In Neubiberg wurde erfolgreich eine „Kiss-and-Ride“-Zone eingeführt, die als Vorbild dienen könnte. Diese speziell markierten Bereiche ermöglichen es Eltern, ihre Kinder sicher absetzen zu können, ohne den Verkehr zu blockieren. Die Zonen befinden sich in geringer Entfernung zur Schule, sodass die Kinder den restlichen Weg zu Fuß gehen können.
Das Projekt in Neubiberg zeigt, dass solche Maßnahmen den Verkehrsfluss entzerren und die Sicherheit der Kinder erhöhen können. In größeren Städten sind diese Anlagen oftmals vernetzt, und einige Kommunen setzen auch Schulweghelfer und Fußgängerampeln ein, um die Sicherheit zu verbessern. Zusätzlich gibt es Initiativen wie den „Laufbus“, der Gruppen von Kindern fördert, die gemeinsam und unter Aufsicht zu Fuß zur Schule gehen. Diese Maßnahmen stärken die Selbstständigkeit der Kinder und tragen dazu bei, das Verkehrsaufkommen zu reduzieren.
Ein dringendes Anliegen
Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen wird auch durch aktuelle Statistiken untermauert. Im Jahr 2024 ereigneten sich in Nordrhein-Westfalen fast 23.000 Unfälle mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf dem Weg zur Schule, Kita oder Hochschule. Hauptursache für diese Gefährdungen sind Autofahrende, die zu schnell fahren, Autotüren plötzlich öffnen oder durch schnelles Halten und Parken vor Einrichtungen die Verkehrssituation unübersichtlich gestalten. Die Dank- und Denkzettelaktion zielt darauf ab, Autofahrende für einen rücksichtsvollen Fahrstil in der Nähe von Schulen und Kitas zu sensibilisieren und auf gefährdendes Verhalten hinzuweisen.
Die Maßnahmen in Schwäbisch Gmünd sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen und die Verkehrssituation zu verbessern. Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie in der vollständigen Berichterstattung der Gmünder Tagespost, den Erfahrungen aus Neubiberg sowie der DVR-Initiative nachlesen.