Am 13. Februar 2026 besuchte die Kultusministerin von Baden-Württemberg, Theresa Schopper (Grüne), das Landesgymnasium für Hochbegabte (LGH) in Schwäbisch Gmünd. Ziel ihres Besuchs war es, Gespräche mit hochbegabten Schülern zu führen und deren vielfältige Aktivitäten kennenzulernen. Das LGH ist die einzige Schule in Baden-Württemberg, die sich speziell auf die Förderung hochbegabter Kinder konzentriert. Schüler können hier ab der siebten Klasse lernen und im Internat wohnen. Neben dem LGH hat das Land an 14 anderen Gymnasien Hochbegabtenklassen eingerichtet, um den besonderen Bedürfnissen dieser Schüler gerecht zu werden.
Während des Besuchs lobte Schopper die Vielfalt und Talente der Schüler. Diese berichteten von ihren beeindruckenden Errungenschaften, darunter die Teilnahme an Debating-Weltmeisterschaften und dem Hackathon der Firma Bosch. Die Schüler des LGH meistern oft mehrere Disziplinen und engagieren sich in den rund 80 angebotenen Arbeitsgemeinschaften (Addita), von denen etwa 30 von den Schülern selbst geleitet werden. Lehrer Thomas Schäfer betonte die Bedeutung von Kreativität in der Förderung der Schüler.
Herausforderungen der Hochbegabtenförderung
Trotz der positiven Aspekte äußerten die Schüler einige Schwierigkeiten, insbesondere in Bezug auf den Datenschutz, der ihre Öffentlichkeitsarbeit einschränkt. Sie möchten in sozialen Medien über ihren Alltag berichten, dürfen jedoch keine persönlichen Daten teilen. Ein weiterer Wunsch der Schüler ist die Einführung digitaler Schülerausweise und eine Digitalisierung des „Austragebuchs“ im Internat. Schopper versprach, die Datenschutzproblematik mit den zuständigen Datenschützern zu besprechen.
Die Identifikation und Förderung hochbegabter Kinder ist eine komplexe Herausforderung. Hochbegabung hat zwar keine eindeutige Definition, wird jedoch häufig durch einen IQ über 130 charakterisiert. Laut dem Bochumer „Institut für das begabte Kind“ sind IQ-Grenzwerte im Alltag und bei der Begabungsförderung jedoch oft nicht sinnvoll. Etwa 2% der Kinder und Jugendlichen haben einen IQ über 130, während 15% zwischen 115 und 130 liegen. Hochbegabte Kinder zeigen sich in verschiedenen Bereichen, sei es musikalisch oder im Umgang mit Zahlen. Das Motto „Erst fördern, dann finden“ wird empfohlen, um die Potenziale dieser Kinder zu entdecken.
Die Rolle der Lehrkräfte
Lehrkräfte spielen eine Schlüsselrolle bei der Identifikation und Förderung von Hochbegabten. Dabei umfasst die Begabtenförderung sowohl Akzeleration, wie das Überspringen von Klassen, als auch Enrichment, also zusätzliche Aufgaben, Projekte und Wettbewerbe. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Zufriedenheit der Kinder und Jugendlichen zu steigern, ähnlich wie bei talentierten Sportlern oder Musikern. Hochbegabte Kinder können außergewöhnliche Leistungen erbringen, sind jedoch auch anfällig für Langeweile und Störverhalten, wenn ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden.
Das CJD bietet spezialisierte Förderung in verschiedenen Bereichen an, wie etwa in der Intelligenz, in musischen und psychomotorischen Fähigkeiten. Historische Persönlichkeiten wie Goethe und Gauß gelten als hochbegabt aufgrund ihrer außergewöhnlichen Leistungen. Um Fördermaßnahmen zu entwickeln, ist eine umfassende Diagnostik notwendig, die sowohl Begabungs- als auch Persönlichkeitsbereiche berücksichtigt. Idealerweise sollte die Diagnostik das intellektuelle Potenzial messen und moderierende Faktoren herausfiltern, um eine nachhaltige Förderung zu gewährleisten.
Die Informationen über den Besuch der Kultusministerin und die Herausforderungen der Hochbegabtenförderung sind nicht nur für die Betroffenen von Bedeutung, sondern werfen auch ein Licht auf die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für das Lernen und die Entwicklung hochbegabter Kinder kontinuierlich zu verbessern. Weitere Details können Sie in dem Artikel von Staatsanzeiger nachlesen. Informationen zur Begabtenförderung finden Sie unter Deutsches Schulportal und zur speziellen Förderung bei CJD.