In Groß-Schweinbarth fand kürzlich eine informative Veranstaltung zum Thema Windkraft statt. Der Hofkeller war der Schauplatz, an dem die Bürger über das geplante Windkraftprojekt am Linaberg umfassend informiert wurden. Die Bürgerliste hatte sich zuvor über die unzureichende Information beschwert, und so war es das Ziel der Veranstaltung, den Anwohnern Einblicke in die geplanten Maßnahmen zu gewähren. Projektleiter Martin Grill von der Firma PROFES und Bürgermeisterin Marianne Rickl hielten spannende Vorträge, während Experten für Forstwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz sowie Vogelkunde bereitstanden, um Fragen der Bürger zu beantworten. Die Bürgerinitiative war ebenfalls vertreten und hatte einen Stand eingerichtet, um Bedenken und Einwände zu präsentieren.
Im Fokus der Diskussion standen die geplanten vier Windräder im Hochleithenwald. Diese sollen in einem Abstand von mehr als 3 Kilometern zum Wohngebiet errichtet werden, was die gesetzlichen Vorgaben von 1,2 Kilometern deutlich übertrifft. Mit einer Nennleistung von jeweils 7,2 Megawatt könnten die Windräder jährlich 99.100 MWh nachhaltigen Strom erzeugen, was ausreichen würde, um über 27.000 Haushalte zu versorgen. Außerdem würde eine Einsparung von über 50.000 Tonnen CO2 pro Jahr realisiert werden. Für die Bürger von Groß-Schweinbarth gibt es bei Zustimmung ein garantiertes Strompreisangebot von 6,5 Cent bis Ende 2027, gefolgt von einem Großhandelspreis für die nächsten 20 Jahre.
Fortschritte im Windkraftbau
Parallel zu den Informationsveranstaltungen hat der Bau von drei Windkraftanlagen in der Region bereits im Juli begonnen. Diese Anlagen, die als Groß-Schweinbarth 4 und 5 (WEA GSB04 und GSB05) sowie eine in Bad-Pirawarth bezeichnet werden, sind Teil der Bemühungen, die Energieversorgung der Gemeinde zu optimieren. Die Erdbauarbeiten entlang der L3029 Richtung Hohenruppersdorf sind bereits gestartet. Hierbei werden verschiedene Bodenschichten abgetragen und gelagert, während notwendige Zufahrten und Montageplätze errichtet werden.
Die Fundamentherstellung ist für November und Dezember geplant, und die Türme sollen ab Beginn 2026 errichtet werden. Ab März 2026 werden die Hauptkomponenten der Windräder auf die Baustelle geliefert, mit einer Inbetriebnahme der Anlagen für Juli 2026. Nach der Inbetriebnahme ist ein Rückbau der Baustelle bis Ende 2026 vorgesehen. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, die nicht nur die lokale Energieversorgung verbessert, sondern auch zur finanziellen Entlastung der Gemeinde beiträgt, die jährlich etwa 170.000 Euro nach der Schließung zweier großer Firmen einsparen könnte.
Beteiligung der Bürger und Kommunen
Die Akzeptanz und Mitwirkung der Bürger sind entscheidend für die Energiewende, wie auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betont. Der Ausbau der Windenergie sollte eng mit den Interessen der lokalen Gemeinschaften verknüpft sein. In Mecklenburg-Vorpommern wurde 2016 ein Beteiligungsgesetz eingeführt, um die lokale Teilhabe am Windenergieausbau zu stärken. Solche gesetzlichen Regelungen können jedoch auch Unsicherheiten in der Branche hervorrufen und Genehmigungsprozesse erschweren. Eine einheitliche Regelung für Bürger- und Kommunalbeteiligung könnte dazu beitragen, die Motivation und Akzeptanz der Bevölkerung zu fördern und Rechtssicherheit zu schaffen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die geplanten Windräder am Linaberg nicht nur ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Energieversorgung sind, sondern auch die lokale Wirtschaft stärken und gleichzeitig die Bürger in den Entscheidungsprozess einbeziehen. Die Gemeinde Groß-Schweinbarth hat die Möglichkeit, durch dieses Projekt nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von der Windkraft zu profitieren. Weitere Gespräche zwischen der Bürgermeisterin und der Bürgerliste sind bereits in Planung, um einen konstruktiven Austausch zu fördern und mögliche Bedenken auszuräumen. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel über die Veranstaltung auf meinbezirk.at sowie zum Baufortschritt auf gross-schweinbarth.gv.at.