Die kalte Jahreszeit bringt nicht nur frostige Temperaturen mit sich, sondern auch eine erhöhte Dringlichkeit für Blutspenden. Im Bezirk Gänserndorf wird im Februar 2026 die Unterstützung durch gesunde Spender dringend benötigt. Das Rote Kreuz appelliert an die Bevölkerung, sich an den bevorstehenden Blutspendeterminen zu beteiligen, denn viele Menschen können aufgrund von Erkältungen und Krankheiten nicht spenden. In dieser Zeit sind die Blutkonserven besonders wichtig, da sie nur eine Haltbarkeit von 42 Tagen haben. Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve gebraucht, was die Bedeutung jeder einzelnen Spende unterstreicht.

Für alle, die zwischen 18 und 70 Jahren alt sind und die gesundheitlichen sowie gesetzlichen Kriterien erfüllen, gibt es im Bezirk Gänserndorf folgende Blutspendetermine: Am Montag, den 16. Februar, kann man von 15:00 bis 16:30 Uhr sowie von 17:30 bis 20:00 Uhr im Dorfzentrum, Kirchengasse, Oberweiden spenden. Auch am Samstag, den 21. Februar, gibt es Gelegenheit zur Blutspende von 10:00 bis 13:00 Uhr und von 14:00 bis 16:00 Uhr in der NÖ Mittelschule, Schießstatt-Ring 2, Groß-Enzersdorf. Ein amtlicher Lichtbildausweis ist zur Blutspende mitzubringen. Zwischen zwei Vollblutspenden müssen mindestens acht Wochen liegen, also plant euren Besuch gut!

Dringender Appell in ganz Österreich

Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ruft dringend zur Blutspende auf, da die aktuellen Vorräte in den DRK-Zentren kritisch werden. In Bad Kreuznach reichen die Vorräte nur noch für maximal zwei Tage, obwohl sie normalerweise für etwa fünf Tage ausreichend sein sollten. Die winterlichen Bedingungen und die Grippewelle haben dazu geführt, dass viele Menschen krank sind und somit nicht spenden können. Auch die Mitarbeiter des DRK sind betroffen, was die Lage zusätzlich erschwert. Schnee und Eis machen den Weg zu den Spendeterminen für viele unmöglich.

Besonders dringend benötigt werden rote Blutzellen für Notfälle, Massivtransfusionen, Stammzelltransplantationen und Chemotherapien. In Deutschland spenden nur etwa drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut, was die Situation weiter verschärft. Die Zahl der Blutspender ist in den letzten Jahren von 4,14 Millionen im Jahr 2015 auf nur 3,59 Millionen im Jahr 2024 gesunken. Die bevorstehenden Karnevals- und Fastnachtszeiten könnten die Spendenbereitschaft weiter senken, weshalb der DRK-Appell an die Bevölkerung umso wichtiger ist.

Blutspenden im größeren Kontext

In Deutschland werden täglich rund 10.000 Vollblutspenden benötigt, um den medizinischen Bedarf an Erythrozytenkonzentraten zu decken. Dies entspricht etwa 3,7 Millionen Vollblutspenden pro Jahr. Die aktuelle Situation zeigt, dass es nicht nur um die Menge, sondern auch um die Qualität der Spenden geht. Vollblut enthält alle wichtigen Blutbestandteile: Erythrozyten, Blutplasma, Thrombozyten und Leukozyten. Rund 90 Prozent der beim DRK gesammelten Spenden sind Vollblutspenden, die dann in ihre Komponenten aufgeteilt werden.

Die Bestandteile des Blutes werden bei Operationen, schweren Blutverlusten, Gerinnungsstörungen und in der Onkologie eingesetzt. Neben Vollblutspenden gibt es auch die Möglichkeit der Plasmapheresespenden, bei denen das Blutplasma abgetrennt wird und die restlichen Blutbestandteile zurückgeführt werden. Das Plasma wird für die industrielle Fraktionierung genutzt, beispielsweise zur Herstellung von Immunglobulinen oder Gerinnungsfaktoren. Im Jahr 2024 stammten in Deutschland 74 Prozent des gewonnenen Plasmas aus Apheresespenden, was die Bedeutung dieser Spendenform unterstreicht.

Die Situation rund um Blutspenden ist also angespannt, und jeder kann einen Beitrag leisten. Sei es durch eine regelmäßige Blutspende oder das Teilen dieser Informationen – helfen wir gemeinsam, die medizinische Versorgung in der kalten Jahreszeit sicherzustellen!