In Niederösterreich wird die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung mit einem beeindruckenden Paket von rund 10,1 Millionen Euro gefördert. Diese Mittel, die vom NÖ Wasserwirtschaftsfonds bereitgestellt werden, sind für 54 Wasserversorgungsanlagen und 107 Bauvorhaben im Bereich der Abwasserentsorgung vorgesehen. Mit dieser Investition von insgesamt etwa 54,8 Millionen Euro werden nicht nur die bestehenden Infrastrukturen verbessert, sondern auch rund 900 Arbeitsplätze in der Siedlungswasserwirtschaft gesichert oder neu geschaffen.

Die Projekte erstrecken sich über alle Landesviertel und umfassen eine Vielzahl von Maßnahmen, darunter Sanierungen, Erweiterungen und Neubauten von Wasser- und Abwasseranlagen. So werden beispielsweise Wasserversorgungsanlagen in Semmering, Hausbrunn, Wilfersdorf, Weitersfeld und Zwettl saniert. Zudem wird eine Naturfilteranlage in Obersulz im Weinviertel errichtet, während größere Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Abwasserentsorgung in Karlstein an der Thaya, Oed-Öhling und Tulln durchgeführt werden. Auch 22 Einzelanlagen im ländlichen Raum profitieren von diesen Fördermitteln.

Nachhaltige Entwicklungen und ökologischer Fokus

Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Förderprojekte ist der Schwerpunkt auf gewässerökologischen Maßnahmen, die eine naturnähere Gestaltung von Flüssen und Bächen zum Ziel haben. Über 20 Projekte konzentrieren sich zudem auf Blackout-Maßnahmen, um die Wasser- und Abwasserinfrastruktur krisensicher zu machen. Besonders nach dem Jahrhunderthochwasser im September 2024 wurden sieben Fördernehmer in den am stärksten betroffenen Bezirken bei Sanierungsarbeiten unterstützt.

Die Zuwendungen sind jedoch an gewisse Voraussetzungen gebunden. So müssen die Maßnahmen Bestandteil eines unbeanstandeten Abwasserbeseitigungskonzeptes sowie eines Wasserversorgungskonzeptes sein. Außerdem dürfen die Maßnahmen noch nicht begonnen worden sein, und die Gesamtfinanzierung muss gesichert sein. Für die Förderung gelten spezifische Zuwendungsvoraussetzungen, die je nach Maßnahme variieren. Beispielsweise werden Zuschüsse unter 25.000 Euro oder zinsverbilligte Darlehen unter 50.000 Euro nicht gewährt, was die Bedeutung einer sorgfältigen Planung unterstreicht (Quelle).

Forschung und Innovation in der Siedlungswasserwirtschaft

Die Fortschritte in der Siedlungswasserwirtschaft sind nicht nur durch staatliche Förderungen geprägt, sondern auch durch innovative Forschungsansätze. An der Technischen Universität München leitet Prof. Dr.-Ing. Jörg E. Drewes den Lehrstuhl und die Versuchsanstalt für Siedlungswasserwirtschaft. Hier werden zukunftsfähige Wasser- und Abwassersysteme entwickelt, die unter anderem die Regenwasserbehandlung und die Energierückgewinnung durch Anaerobtechnik umfassen. Aktuell beschäftigt sich die Forschung auch mit der Bildung von Glyphosaten durch Waschmittel in Kläranlagen (Quelle).

Mit der Einführung des Trinkwasser-Grenzwerts für die Summe von 20 PFAS, der kürzlich in Kraft trat, wird zudem ein wichtiger Schritt in Richtung einer besseren Wasserqualität gemacht. Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, sowohl die Infrastruktur als auch die Forschungslandschaft kontinuierlich zu fördern, um eine nachhaltige Wasserversorgung für die Zukunft zu garantieren.