In der kleinen Gemeinde Bruck an der Leitha fand am 20. Februar das erste Berger „Topothek Café“ im Gemeindesaal statt. Diese Veranstaltung wurde von der Gemeinde organisiert, zusammen mit dem Topothekar Martin Hartl von der SPÖ. Trotz winterlicher Witterung konnten etwa 25 Interessierte begrüßt werden. Ziel dieser Zusammenkunft war es, gemeinsam Erinnerungen auszutauschen und alte Fotografien zu teilen, die Geschichten aus der Vergangenheit erzählen. Die Teilnehmer brachten Bilder aus ihren Privatarchiven mit, die nun für die Topothek digitalisiert und in eine Online-Datenbank eingespielt werden.
Ein besonderes Augenmerk legten Martin Hartl und Vizebürgermeisterin Beatrix Kriszta (VP) auf den Wert des Austauschs für die Bewahrung der Ortsgeschichte. Es ist ein schönes Zeichen des Zusammenhalts, wenn die Bürger ihre Erinnerungen und Schätze teilen. In diesem Jahr wird zudem das 10-jährige Jubiläum der Topothek gefeiert. Bürgermeister Horst Pelzmann und Vize Beatrix Kriszta überreichten Martin Hartl als Anerkennung für sein Engagement einen Korb mit lokalen Produkten.
Erinnerungen festhalten und teilen
Die Initiative in Bruck an der Leitha erinnert an ähnliche Projekte in anderen Regionen, wie etwa in Grassau im Chiemgau. Dort leben 7.248 Einwohner, und der Ort zählt zu den ältesten im Chiemgau. Der Name „Grazzowe“ wurde erstmals im Jahr 929 in einem Urkundenbuch der Salzburger Erzdiözese erwähnt, was die lange und reiche Geschichte des Marktes verdeutlicht. Im Jahr 2005 beschloss der Marktgemeinderat von Grassau, die Geschichte des Ortes systematisch aufzuzeichnen und zu veröffentlichen, um den Bürgern einen Zugang zu den verschiedenen Facetten ihrer Heimat zu ermöglichen.
Das Grassauer Geschichtsprojekt hat bereits zahlreiche Publikationen hervorgebracht, darunter das erste „Häuserbuch“ im Jahr 2007. In den darauffolgenden Jahren wurden elf weitere Themenbände veröffentlicht, die die Geschichte des Ortes für zukünftige Generationen bewahren sollen. Die Chronikbände werden durch private und öffentliche Foto-, Bild- und Filmsammlungen ergänzt. Die Topothek in Grassau zeigt die Geschichte des Ortes bildlich und lädt Besucher ein, in die Vergangenheit einzutauchen. Der Aufruf an die Bürger, die Topothek mit geeignetem Material zu bereichern, zeigt den Gemeinschaftssinn, der hinter diesen Projekten steht.
Einblick in lokale Geschichte
Die Projekte in Bruck an der Leitha und Grassau verdeutlichen, wie wichtig es ist, die lokale Geschichte zu bewahren und den Austausch zwischen den Bürgern zu fördern. Diese Initiativen schaffen nicht nur ein Bewusstsein für die eigene Heimat, sondern stärken auch das Gemeinschaftsgefühl. Die Digitalisierung und die Schaffung von Online-Datenbanken ermöglichen es, dass historische Dokumente und Fotografien einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden können. So wird sichergestellt, dass die Geschichten der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten.
Mit solchen Veranstaltungen und Projekten wird die Bedeutung der Ortsgeschichte für die Identität der Gemeinschaft deutlich. Daher ist es wichtig, dass Bürger aktiv an der Gestaltung ihrer Topotheken mitwirken und ihre Erinnerungen teilen. Das wird nicht nur von den Organisatoren gewünscht, sondern ist auch ein wertvoller Beitrag zur Bewahrung der Kultur und der Geschichte der Region.