In Bruck an der Leitha gab es kürzlich einen bemerkenswerten Vortrag von Sepp Mann, der im „Platzhirsch“ stattfand und großen Andrang erfuhr. Mann, ein passionierter Autor und Fotograf, berichtete von seiner faszinierenden Reise zur Amazonasquelle. Um für diese Herausforderung gerüstet zu sein, trainierte er ein halbes Jahr lang viermal pro Woche, um Berge über 5.000 Höhenmeter zu besteigen. Mit seinem Bergführer Esteban erklomm er die beeindruckende Höhe von 5.200 Metern am Vulkan Mismi, wo die Amazonasquelle sprudelt.

Die Zuhörer, darunter der Vizebürgermeister Gerald Kostial (SPÖ) und KunstKreis-Obmann Helmut Mauthner, lauschten gebannt, als Mann seine Erlebnisse im Amazonastiefland schilderte. Seine Reise führte ihn durch die Länder Peru, Bolivien und Brasilien, wo er nicht nur die atemberaubende Natur, sondern auch die Gefahren durch Stechmücken erlebte, die Krankheiten wie Malaria und Denguefieber übertragen. Übernachtungen fanden in primitiven Quartieren oder Lagerhallen unter Moskitonetzen statt, was die Herausforderungen seiner Expedition verdeutlichte.

Die Schattenseiten des Amazonas

Ein zentrales Thema seines Vortrags war die kritische Situation des Regenwaldes. Mann wies auf die illegale Abholzung in Brasilien hin, die vor allem für Rinderfarmen und Sojaplantagen betrieben wird. Diese Praxis hat nicht nur verheerende Effekte auf die Umwelt, sondern gefährdet auch die Lebensweise der Ureinwohner. Mann thematisierte die Ausrottung und Ausplünderung dieser Gemeinschaften durch die Spanier und Portugiesen und betonte die Notwendigkeit eines Gleichgewichts zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen.

Die Bedeutung indigener Territorien wird in diesem Kontext immer deutlicher. Laut dem WWF gelten indigene Gebiete als die effektivsten Schutzgebiete, da sie zwischen 1990 und 2020 nur zu 1,2 Prozent von Entwaldung betroffen waren. Diese Gebiete schützen etwa ein Drittel des Amazonasregenwaldes und die dort lebenden Gemeinschaften spielen eine Schlüsselrolle im Erhalt des Ökosystems.

Ein Aufruf zum Handeln

Am 3. April wird Sepp Mann seinen Vortrag im Stadttheater Bruck wiederholen, und es bleibt zu hoffen, dass noch mehr Menschen die Möglichkeit nutzen, von seinen Erfahrungen zu lernen. In einer Zeit, in der die Herausforderungen durch Entwaldung, Feuer und illegale Landnahme zunehmen, ist es wichtig, sich für den Schutz des Amazonas und seiner Ureinwohner stark zu machen. Wie Mann eindringlich erklärte, liegt die Verantwortung auch bei uns, ein Bewusstsein für die drängenden Umweltprobleme zu schaffen und aktiv Lösungen zu finden.

Für weitere Informationen über den Amazonas und die Rolle indigener Gemeinschaften im Umweltschutz, können Sie sich auch auf den Artikel im Spiegel beziehen, der die Wichtigkeit der indigenen Schutzgebiete beleuchtet.