In Österreich wird der Ruf nach einer besseren Nutzung von leerstehenden Flächen lauter. Besonders im Industrieviertel erkennt man die Bedeutung von Industrie und Wirtschaft als Motoren für den Wohlstand. Dies wird durch die engagierte Stimme der Wirtschaftskammer-Bezirksobfrau Gabriele Pipal unterstrichen, die sich für die Senkung der Lohnnebenkosten, einen Abbau der Bürokratie und ein Steuersystem, das Leistung belohnt, einsetzt. Diese Maßnahmen sind notwendig, um den aktuellen Herausforderungen in der Region, wie dem stetigen Fachkräftemangel und den hohen Energiepreisen, entgegenzuwirken. Laut meinbezirk.at sind vor allem kleine und mittlere Betriebe auf diese Unterstützung angewiesen.
Stadträtin Petra Haumer von der SPÖ fordert mehr Handlungsspielraum für die Unternehmen. Was bedeutet das konkret? Die Politikerin setzt sich für schnellere Verfahren, eine Entlastung auf administrativer Ebene und gezielte Unterstützung für Klein- und Mittelbetriebe ein. In diesem Zusammenhang gibt es auch eine lebhafte Diskussion über Neubauten auf „grüner Wiese“ im Vergleich zur Nachnutzung leerstehender Areale, ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Nutzung bestehender Flächen
Die vorhandenen Industrieareale sollen genutzt werden, um ökologisch sowie wirtschaftlich sinnvoll zu handeln. Pipal selbst betont, dass geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um eine solche Nachnutzung zu erleichtern. Gemeindliche Impulse sind nötig, ohne dass dabei eigene Flächenankäufe vorgenommen werden müssen. Hier spielt die aktive Ansprache von Investoren sowie die Vermittlung zwischen Eigentümern und Betrieben eine entscheidende Rolle.
Zusätzlich sind Anreize notwendig, um die Sanierung und Revitalisierung von bestehenden Gebäuden wirtschaftlich attraktiv zu gestalten. Dieses Anliegen stößt auf breiten Zuspruch, denn die Kombination aus Erhalt und Neuerung könnte der Wirtschaft im Industrieviertel neue Impulse geben.
Fachkräftemangel: Eine branchenübergreifende Herausforderung
Ein besonderes Augenmerk sollte auch auf den Fachkräftemangel in der Bauindustrie gelegt werden. Wie ingenieur.de berichtet, sind fehlende qualifizierte Arbeitskräfte eine der größten Herausforderungen, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich. Zentralprojekte wie die Energie- und Verkehrswende könnten gefährdet sein, wenn der Nachschub an Fachpersonal weiter abnimmt. Dr. Anna Hocker, Mitgründerin von Crafthunt, hebt hervor, dass es an der Zeit sei, Fachkräfte sichtbar zu machen und mit Unternehmen zu vernetzen.
Zudem zeigt eine Umfrage unter 100 Bauunternehmen, dass die Branche an ihren digitalen Fähigkeiten zweifelt und in technologischen Bereichen oft hinterherhinkt. Laut pwc.de fordern 93 % der Befragten einen drastischen Abbau bürokratischer Hürden. Auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur wird als notwendig erachtet, um den Anschluss nicht zu verlieren. Die Unsicherheiten bei der Umsetzung von ESG-Vorgaben verstärken die Situation zusätzlich.
Die Herausforderungen sind also vielfältig und erfordern ein gemeinsames Handeln von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Nur durch kooperative Ansätze kann der Fachkräftemangel langfristig bekämpft und der Leerstand in den Griff bekommen werden. Das Industrieviertel hat spannende Zeiten vor sich – da liegt definitiv was an!