Bruck an der Leitha steht vor einer entscheidenden Phase in der medizinischen Grundversorgung. Seit nunmehr sechs Jahren wartet die Stadt auf einen vierten Kassenarzt, und Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ) sowie Vizebürgermeister Felix Böhm (LBW) nehmen die Herausforderung ernst. Die medizinische Grundversorgung ist für die Bevölkerung essenziell, und die Stadtgemeinde hat konkrete Schritte unternommen, um diese Lücke zu schließen. Laut meinbezirk.at sind Anreize in Form von zwei zur Verfügung gestellten Wohnungen auf der Fischamenderstraße 58 ein Teil des Plans. Diese Wohnungen können sowohl als Arztpraxen als auch für ein künftiges Primärversorgungszentrum genutzt werden.
Doch warum ist gerade jetzt ein neues Bemühen nötig? Die aktuelle Situation spricht Bände: Obwohl eine Anschubfinanzierung für den Einstieg in die Kassenstelle vorhanden ist, hat bislang kein Allgemeinmediziner Interesse gezeigt, die vakante Stelle zu übernehmen, wie die nö. eins berichtet. Um potenzielle Kandidaten gezielt anzusprechen, wurde an der Stadteinfahrt ein Plakat mit der Aufforderung „Kassenärzt:in gesucht“ aufgestellt. Dies soll auch die Sichtbarkeit und die Dringlichkeit des Anliegens erhöhen.
Das Ziel: Ein Primärversorgungszentrum
Die Stadt verfolgt das langfristige Ziel, nicht nur einen Arzt oder eine Ärztin zu gewinnen, sondern darüber hinaus eine Basis für ein umfassendes Primärversorgungszentrum zu schaffen. Dieses Zentrum könnte eine wesentliche Verbesserung der medizinischen Betreuung in der Region bewirken. Die WHO hat bereits 1978 in ihrer Deklaration von Alma Ata Gesundheit als ein fundamentales Menschenrecht festgeschrieben. Dabei steht die primäre Gesundheitsversorgung im Mittelpunkt, die für alle zugänglich, erschwinglich und qualitativ hochwertig sein soll, wie auf bioeg.de dargelegt wird.
In Österreich sind entsprechende Entwicklungen für die letzten Jahre dokumentiert, und es gibt den klaren Trend hin zu mehr hausärztlich verantworteten Primärversorgungseinrichtungen. Hierbei wird auch die Rolle informativer und selbstverantwortlicher Patienten immer wichtiger. Diese Prinzipien sind auch für Bruck entscheidend, wo die Stadt sicherstellen möchte, dass die medizinische Versorgung auch in Zukunft wohnortnah bleibt.
Auf die Frage, was vorgenommene Maßnahmen in der Praxis bewirken können, bleibt abzuwarten, ob die jüngsten Schritte der Stadtführung Früchte tragen. Die Kombination aus Anreizen, Öffentlichkeitsarbeit und der Schaffung von Raum für Ärzte soll dazu dienen, die dringend benötigte medizinische Versorgung zu garantieren und die Attraktivität Brucks als Wohnort zu steigern. Bruck an der Leitha zeigt mit seinen Bemühungen, dass die Gesundheit der Bevölkerung ganz oben auf der Agenda steht.