In der Region Bruck an der Leitha hat sich die Arbeitsmarktsituation zum Winterbeginn 2025 erneut verschärft. Die Arbeitslosigkeit ist um 70 Personen angestiegen und liegt nun bei insgesamt 1.635 Arbeitslosen. Dies entspricht einem Anstieg von 4,5 Prozent, was erfreulicherweise unter dem Landesschnitt von 6,5 Prozent bleibt. Besonders Frauen sind von dieser Entwicklung betroffen, denn ihre Arbeitslosenzahlen sind um 3,6 Prozent gestiegen. Aktuell sind 723 Frauen und 912 Männer beim AMS Bruck/Leitha arbeitslos gemeldet, während im Dezember 10.065 Frauen und 10.728 Männer unselbstständig beschäftigt waren. Diese Informationen stammen unter anderem aus einem Artikel auf meinbezirk.at.

Die stellvertretende Leiterin des AMS Bruck/Leitha, Karin Wernecker, hebt die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt hervor. Dennoch gibt es Lichtblicke: Die Mehrheit der finanziellen Fördermittel des AMS ist für Frauen reserviert, was ihnen neue Chancen im Erwerbsleben bieten kann. Aktuell nutzen 147 jobsuchende Frauen in Bruck die Schulungsangebote des AMS, was einem Anstieg von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Prognosen deuten auf eine anhaltende Fachkräftenachfrage hin, was insbesondere für Frauen neue Möglichkeiten schaffen könnte.

Aktuelle Trends und Herausforderungen

Eine weitere Herausforderung für den Arbeitsmarkt in Bruck ist die saisonale Arbeitslosigkeit, die ebenfalls zu den steigenden Zahlen beiträgt. Am 1. Dezember 2025 meldeten sich 100 weitere Personen arbeitslos, wobei die meisten von ihnen saisonbedingt ohne Beschäftigung sind. Im November 2025 verzeichnete das AMS insgesamt 353 neue Arbeitsuchende, während 390 Personen im letzten Monat erfolgreich einen Job fanden. Der Anstieg der Arbeitsuchenden, insbesondere bei Frauen, ist teilweise auf das erhöhte Pensionsantrittsalter zurückzuführen, das schrittweise eingeführt wird.

Das Fachkräftemonitoring des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zeigt, dass die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer nur kurzfristig das Arbeitskräfteangebot erhöhen wird. Langfristig könnten jedoch eine erhöhte Erwerbsbeteiligung von Frauen und Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit positive Effekte bringen. Dieses Monitoring identifiziert zudem ungenutzte Potenziale bei Frauen, Nicht-Deutschen und älteren Arbeitnehmern zur Fachkräftesicherung. Laut Prognosen werden bis 2029 rund 530.000 Fachkräfte fehlen, was die Bedeutung von Weiterbildung und der Schließung von Passungsproblemen am Arbeitsmarkt unterstreicht. Diese Aspekte sind nicht nur für Bruck an der Leitha relevant, sondern betreffen den gesamten Arbeitsmarkt in Deutschland und darüber hinaus.

Insgesamt zeigt sich, dass trotz der aktuellen Herausforderungen durch steigende Arbeitslosenzahlen insbesondere Frauen von neuen Chancen profitieren könnten, wenn es gelingt, die bestehenden Fachkräfteengpässe zu überwinden und die Potenziale am Arbeitsmarkt besser zu nutzen. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um den Bedürfnissen aller Arbeitnehmer gerecht zu werden.