In Niederösterreich blüht es wieder! Am 27. September 2025 fand zum bereits 57. Mal die jährliche Initiative „Blühendes Niederösterreich“ statt. Diese Veranstaltung hat sich längst zu einem Fixpunkt im Kalender vieler Gemeinden entwickelt, die sich um die wertvollen Auszeichnungen im Bereich der Blumenpracht und nachhaltiger Gestaltung bemühen. In diesem Jahr nahmen 81 Gemeinden an der Bewertung durch die Jury teil, die das Zusammenspiel von gepflegten Beeten, sommerlichen Blütenpflanzen und einer durchweg nachhaltigen Gestaltung begutachtete. Besonders erfreulich: Unter den Landessiegern sind dieses Jahr Annatsberg, Langau, Retz und Tulln zu finden.
Der Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf hob in seiner Rede das immense ehrenamtliche Engagement hervor, das hinter den gelungenen Projekten der Gemeinden steckt. „Über 1.700 Gärtnerinnen, Floristen und 123 Lehrlinge sichern die florale Zukunft unserer Region“, so Pernkopf. Die Initiative wird von der Landwirtschaftskammer NÖ, der Wirtschaftskammer NÖ, dem Land NÖ sowie den NÖ Gärtnern unterstützt, was zeigt, wie wichtig der wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhalt in dieser Angelegenheit ist. Auch die Bedeutung der Pflanzen für die Verbesserung des Ortsbildes und der Wohlfühlatmosphäre kam zur Sprache. Schließlich verschönern Blumen nicht nur, sie schaffen auch wertvolle Lebensräume für zahlreiche Insekten und andere Lebewesen.
Sonderpreise und Projekte
Ein Highlight der Veranstaltung waren die Sonderpreise. Der Biodiversitätspreis, der seit 2021 als besonderen Anreiz vergeben wird, ging an die Gemeinden Mauerbach, Klosterneuburg und St. Valentin. Für ihren Einsatz in der nachhaltigen Gestaltung wurden auch öffentliche Grünflächen ausgezeichnet – hier gewann Schwarzau im Gebirge und für die Gestaltung eines Friedhofs erhielt Hochneukirchen-Gschaidt eine besondere Ehrung. Gleichzeitig wurden im Rahmen des „Natur im Garten“-Ehrenpreises Gemeinden in zwei Kategorien ausgezeichnet: Senftenberg und Fels am Wagram (bis 5.000 Einwohner) sowie Tulln und Ybbs an der Donau (ab 5.001 Einwohner).
Ein zentrales Projekt, das 2025 besonders im Fokus steht, ist das „gepflanzte Bienenbeet“. Diese kostengünstige Mischung aus 28 Sommerblumen bietet Insekten dringend benötigte Nahrung und erfreut sich steigender Beliebtheit in den Gemeinden. Das Wissen über diese Beete wird sogar in Seminaren vermittelt, die in Kooperation mit der Gartenbauschule und der Stadt Langenlois durchgeführt werden. Diese Bemühungen sind Teil eines größeren Trends der Urbanisierung, der immer mehr Menschen in die Städte zieht und gleichzeitig das Bewusstsein für die Biodiversität schärft.
Biodiversität im urbanen Raum
Die Diskussion über Biodiversität in städtischen Räumen wird zunehmend wichtiger. In vielen Städten sieht man, wie grüne Infrastruktur und Biotopverbundsysteme Hand in Hand gehen, um sowohl den Menschen als auch der Natur gerecht zu werden. Das Potential, das Urbanisierung und Natur bieten, ist enorm: Studien zeigen, dass die Vielfalt von Pflanzen und Tieren in urbanen Gebieten oft höher ist als in modernen Agrarlandschaften. Dabei muss man jedoch aufpassen, dass durch bauliche Nachverdichtungen und energetische Sanierungen nicht auch Nischen für Flora und Fauna verloren gehen.
Die Initiative „Blühendes Niederösterreich“ bietet eine wertvolle Plattform, um diese Themen aktiv anzugehen. Sie zeigt, dass Gemeinden sich nicht nur um ihr äußeres Erscheinungsbild kümmern, sondern auch Verantwortung für die Biodiversität ihrer Umgebung übernehmen. Ein Umdenken in der Stadtplanung ist notwendig, um diese wichtige Thematik nachhaltig in die Zukunft zu tragen. Der Trend geht eindeutig in Richtung eines harmonischen Miteinanders von urbanem Leben und Natur.
Für weiterführende Informationen zur Initiative „Blühendes Niederösterreich“ können Interessierte die offizielle Website besuchen, wo bald auch aktuelle Informationen und Neuigkeiten zur Verfügung stehen werden. Lassen wir die Blumen für unsere Umgebung sprechen!