Das Museum Langmatt in Baden, bekannt für seine beeindruckende Sammlung des französischen Impressionismus, hat in den letzten Jahren einen turbulenten Weg hinter sich. Nach zwei Jahren, in denen die Jugendstilvilla aufgrund dringend notwendiger Sanierungsarbeiten geschlossen war, steht nun die Wiedereröffnung am 9. Mai 2024 vor der Tür. Diese Schließung war nicht nur eine Frage der Renovierung, sondern auch der finanziellen Notwendigkeit, die das Museum in eine Schieflage brachte. Der Verkauf von drei wertvollen Bildern von Paul Cézanne in New York, der insgesamt 40,5 Millionen Franken einbrachte, war ein umstrittener Schritt, der von der Schweizer Sektion des Internationalen Museumsverbandes Icom als Tabubruch kritisiert wurde.
Stiftungsratspräsident Lukas Breunig äußerte sein Bedauern über den Verkauf, war jedoch mit dem erzielten Preis zufrieden. Die Erlöse werden benötigt, um die Betriebskosten des Museums zu sichern, die langfristig über den Kapitalertrag eines Bilderverkaufs finanziert werden sollen. Ein Kapital von 40 Millionen Franken soll dabei helfen, die künftigen Betriebskosten zu decken. Während der Bauarbeiten reisten die Cézanne-Gemälde auf eine Europa-Tournee und wurden in Lausanne, Köln und Wien ausgestellt, wo sie von über 302.000 Menschen bewundert wurden.
Die Sanierung und ihre Herausforderungen
Die Sanierung des Museums Langmatt wird mit insgesamt 19,8 Millionen Franken beziffert. Diese umfassenden Arbeiten sind notwendig, um die denkmalgeschützte Villa zu bewahren und die historischen Substanzen zu restaurieren. In den letzten 120 Jahren wurde das Gebäude nie umfassend saniert, und nun stehen nicht nur Sicherheits- und Haustechnik im Fokus, sondern auch energetische Verbesserungen. Geplant sind beispielsweise ein neuer Eingangsbereich, ein Pavillon und ein Lift, um die Zugänglichkeit zu verbessern.
Die Badener Stimmbevölkerung hat im Juni 2023 mit 79 Prozent Ja-Stimmen eine Kostenbeteiligung von 10 Millionen Franken genehmigt. Die Finanzierung wird zudem durch den Kanton Aargau unterstützt, der 6,02 Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds und 630.000 Franken als Denkmalpflege-Subvention beisteuert. Gemeinden, Stiftungen, Private und Unternehmen tragen weitere 3,19 Millionen Franken zur Sanierung bei. Während die Sanierungsarbeiten voranschreiten, wird die Villa weiterhin als bedeutender Ort des europäischen Impressionismus angesehen.
Nachhaltigkeit im Fokus
In der heutigen Zeit ist es unerlässlich, dass Museen nachhaltige Strategien entwickeln. Die Herausforderungen des Klimaschutzes betreffen auch das Museum Langmatt, das sich bemüht, durch nachhaltige Bau- und Sanierungsstrategien einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu nehmen. Die Prinzipien der Suffizienz, Effizienz, Konsistenz und Resilienz sind dabei wegweisend. Museen stehen vor der Herausforderung, Betrieb und Instandhaltung nachhaltig zu gestalten. Die Implementierung erneuerbarer Energien und die Berücksichtigung von Biodiversität sind entscheidende Schritte, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.
Die Wiedereröffnung des Museums Langmatt wird am 9. und 10. Mai 2024 mit offenen Räumlichkeiten von 11 bis 17 Uhr gefeiert. An diesem besonderen Wochenende erwartet die Besucher eine spannende „Entdeckungsfahrt“ und kreative Aktivitäten für Kinder im neuen Kunstvermittlungsraum. Insgesamt werden etwa 80 Bilder im Museum ausgestellt, und die wertvollen Gemälde werden in den frisch renovierten Räumen akklimatisiert, bevor sie an die Wände gehängt werden. Die Vorfreude auf die Wiedereröffnung könnte nicht größer sein, und die Geschichte des Museums Langmatt wird mit jedem neuen Kapitel reicher und spannender.