In Baden bei Wien hat Okszana Begy das Ziel, Vorurteile gegen Poledance abzubauen und die vielseitigen Möglichkeiten dieser Sportart zu präsentieren. Sie unterrichtet nicht nur Poledance, sondern auch andere weibliche Tanzsportarten. Ihr Ansatz ist klar: Poledance ist für Menschen aller Altersgruppen und Fitnesslevel geeignet. Die positiven Effekte dieser Disziplin auf Kraftaufbau, Körperhaltung und Selbstbewusstsein sind unbestritten. Besonders bemerkenswert ist, dass Poledance auch für Kinder und Männer zugänglich ist, was die Sportart weiter diversifiziert. Begy selbst entdeckte Poledance erst 2021 und eröffnete später ihr eigenes Studio „The Flow“ in Baden, um ihre Leidenschaft mit anderen zu teilen. Ihre Schülerin Martina Gogl berichtet, dass Poledance ihr Selbstbewusstsein gesteigert hat und sie sich durch den Tanz stärker mit ihrer Weiblichkeit verbunden fühlt.

Die Ursprünge des Poledance sind historisch reich. Ursprünglich aus China stammend, wurde diese Akrobatikform im 12. Jahrhundert praktiziert. In den 1970er Jahren fand Poledance seinen Weg in das Rotlichtmilieu, doch mittlerweile hat sich die Sportart weit darüber hinaus entwickelt. In der Poledance-Community wird Wert auf Selbstbewusstsein und die Verbindung zur eigenen Weiblichkeit gelegt. Es ist wichtig zu betonen, dass nackte Haut an der Stange notwendig ist, um das Rutschen zu vermeiden, was oft zu Missverständnissen führt.

Der Weg von der Peripherie ins Sportstudio

Poledance hat sich in den letzten Jahren zunehmend als eigenständige Sportart etabliert und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Diese Entwicklung zeigt sich auch in Städten wie Lübeck, wo im Tanzstudio „Moving Souls“ Poledance-Kurse angeboten werden. Lisa, eine 23-jährige Teilnehmerin, hat vor einem Jahr mit Poledance begonnen und beschreibt die Community als ausgesprochen unterstützend und den Sport selbst als äußerst unterhaltsam. Ein weiterer Teilnehmer, Finn, hebt hervor, dass er durch das Training nicht nur an körperlicher Kraft gewonnen hat, sondern auch sein Selbstbewusstsein gestärkt wurde.

Die Vielfalt der Kursarten im Poledance ist bemerkenswert. Trainerin Anke Kestermann berichtet, dass die älteste Teilnehmerin in ihrem Studio bereits 63 Jahre alt ist. Die Sportart kombiniert Akrobatik, Kraft und Eleganz und bietet verschiedene Stile, darunter „Spinning“, „Athletisch Static“ und „Exotic“. Letztere beinhalten das Tragen von hohen Schuhen und betonen sinnliche Bewegungen.

Vorteile und Missverständnisse des Poledance

Poledance bietet nicht nur körperliche Vorteile, sondern auch positive Effekte auf die Psyche. Die Disziplin verbessert Kraft, Flexibilität und Koordination und hat sich als hervorragendes Mittel zur Stressreduktion etabliert. Darüber hinaus fördert Poledance den Aufbau einer unterstützenden Community, die Menschen aller Hintergründe einbezieht. Dennoch gibt es viele Missverständnisse über diese Sportart. Es ist wichtig zu betonen, dass Poledance nicht nur für Stripper gedacht ist; es ist eine inklusive Aktivität, die für alle Geschlechter und Altersgruppen geeignet ist.

Die kulturellen Wurzeln des Poledance sind vielfältig und reichen von traditionellen indischen Stocksportarten über chinesische Mastakrobatik bis hin zu Elementen aus der Striptease-Kultur nordamerikanischer Clubs des 20. Jahrhunderts. Diese Mischung macht Poledance zu einer dynamischen und spannenden Disziplin. Um ein Gefühl für die Sportart zu bekommen, können Interessierte in Studios an Anfängerfreundlichen Kursen teilnehmen oder Online-Tutorials nutzen. Viele finden, dass Poledance eine meditative Bewegung ist, die sowohl Krafttraining als auch kreativen Ausdruck miteinander verbindet.

Insgesamt zeigt sich, dass Poledance nicht nur ein vorübergehender Trend ist, sondern eine lange Geschichte hat und sich kontinuierlich weiterentwickelt. Die moderne Poledance-Community feiert die Vielfalt und fördert einen positiven Austausch zwischen den Teilnehmern. Wer also Lust hat, etwas Neues auszuprobieren und sich gleichzeitig in einer unterstützenden Gemeinschaft zu bewegen, ist beim Poledance genau richtig.

Mehr Informationen finden Sie in den Artikeln von MeinBezirk, NDR und PolePlace.