Ab Dezember 2026 wird eine neue, grenzüberschreitende Regionalexpress-Linie (REX) zwischen Deutschland und Österreich am Bodensee in Betrieb genommen. Diese Verbindung, die alle zwei Stunden von Schruns und Bregenz nach Friedrichshafen Stadt verkehrt, verspricht nicht nur eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, sondern auch wirtschaftliche und touristische Vorteile für die gesamte Region. Christian Bernreiter, der Bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, hebt die enge Zusammenarbeit der drei Länder Baden-Württemberg, Bayern und Vorarlberg hervor, die diesem Projekt zugrunde liegt. „Wir setzen auf eine starke Vernetzung, die den Bodenseeraum weiter voranbringt“, so Bernreiter.
Die neue REX-Linie 1 wird auch Zwischenhalte in Wasserburg und Langenargen bieten und ermöglicht einen Anschluss an den RE 3 nach Ulm Hauptbahnhof in Friedrichshafen. Dieser verkehrt ebenfalls im Zweistundentakt und sorgt für eine stabilisierte Anbindung aus und in Richtung Vorarlberg über Lindau-Reutin. Tickets für den REX gelten zudem für andere Nahverkehrszüge, was die Reiseplanung für die Nutzer erheblich vereinfacht. „Mit der Einführung dieser neuen Züge werden wir die Betriebsqualität auf der eingleisigen Strecke zwischen Friedrichshafen und Lindau erheblich verbessern“, so Sabine Stock, Vorständin der ÖBB Personenverkehr AG.
Moderne Züge und Infrastruktur
Die Züge vom Typ Siemens Desiro ML sind mit 290 Sitzplätzen, Klimaanlage, WLAN, Steckdosen und Platz für Fahrräder ausgestattet. Diese modernen Annehmlichkeiten werden den Fahrgästen nicht nur Komfort bieten, sondern auch dazu beitragen, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu gestalten. Darüber hinaus gibt es die Option auf mehr Regionalexpresszüge in Langenargen, Kressbronn, Nonnenhorn und Wasserburg nach Infrastrukturverbesserungen, was die Erreichbarkeit der Region weiter steigern könnte.
Die Unterstützung der Landesregierung von Vorarlberg für den Vertragsabschluss zwischen der ÖBB und den deutschen Bundesländern ist ein weiteres Zeichen für die Bedeutung dieses Projekts. Landeshauptmann Markus Wallner beschreibt die neue Verbindung als wichtigen Mehrwert für die Bodenseeregion, der nicht nur den täglichen Pendelverkehr erleichtert, sondern auch den Tourismus in der Region ankurbeln kann. Die internationale Zusammenarbeit wird durch ein Letter of Intent zur Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs, das am 24. Juni 2024 unterzeichnet wurde, weiter gestärkt.
Ein Schritt in die Zukunft des Verkehrs
Die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) spielt eine Schlüsselrolle in diesem Projekt, zusammen mit den Aufgabenträgern aus Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, dem Fürstentum Liechtenstein und den Schweizer Kantonen. Diese Zusammenarbeit wird durch das EU-Regionalprogramm Interreg Alpenrhein, Bodensee, Hochrhein gefördert und zielt darauf ab, die grenzüberschreitende Mobilität zu verbessern. Die Gründung der gemeinsamen Gesellschaft „ÖV Bodenseeraum“ zum 1. Januar 2023 ist ein weiterer Schritt, um die Kommunikation und Vermarktung des öffentlichen Verkehrs im Bodenseeraum zu optimieren. Ab 1. Januar 2026 wird diese Gesellschaft zur 4 Länder Mobil GmbH umbenannt und umfasst neun Gesellschafter sowie 29 beteiligte Akteure des öffentlichen Verkehrs aus der Vierländerregion Bodensee.
Die neue REX-Linie stellt nicht nur einen Fortschritt in der Mobilität dar, sondern wird auch für Wanderer und Skifahrer von Bedeutung sein. Die Verbindung zwischen Friedrichshafen und den Skigebieten im Montafon könnte besonders im Winter für rege Nutzung sorgen. Es wird jedoch an der Verbesserung der grenzüberschreitenden Tarife gearbeitet, um die Nutzung noch attraktiver zu gestalten. Derzeit gilt das länderübergreifende Bodensee-Ticket nur bis Bludenz und nicht bis Schruns, was die Reiseplanung für viele erschwert.
Die Ankündigung des grenzüberschreitenden Nahverkehrszugs ist somit nicht nur eine erfreuliche Neuigkeit für die Anwohner, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen und vernetzten Mobilität der Zukunft in der Bodenseeregion. Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der Landesregierung und auf der Webseite der S-Bahn Bodensee.