Am 14. Februar 2026 bringt das Theater Baden das Musical „Matilda“ auf die Bühne, das auf der Vorlage von Roald Dahl basiert. Die Inszenierung wird von Andreas Gergen geleitet, der sich darauf spezialisiert hat, sowohl das Kindliche ernst zu nehmen als auch dunkle Untertöne in die Aufführung einzubringen. Gergen möchte ein Werk präsentieren, das nicht nur die Jüngeren anspricht, sondern auch Erwachsene berührt. Die Themen Bildung, Selbstermächtigung und Zivilcourage werden in dieser Adaption als gelebte Notwendigkeit dargestellt, was dem Stück eine besondere Relevanz verleiht (Source 1, Source 2).

Die Musical-Adaption wurde von Dennis Kelly erstellt, während die Musik und Songtexte von Tim Minchin stammen. Die deutsche Fassung wurde von Sabine Ruflair erstellt. Gergen arbeitet nicht nur mit einem erfahrenen Team, sondern legt auch großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Kindern, da sie oft eine natürliche Spielfreude und Haltung mitbringen. Er schafft einen Raum, in dem Kinder Fehler machen können und sich ernst genommen fühlen (Source 1). Dies ist besonders wichtig, denn die Arbeit mit professionellen Schauspielern ist zwar präziser, aber oft weniger ehrlich.

Eine Bühne für alle

Die Choreografie, die von Francesc Abós stammt, ist ein zentraler Bestandteil der Erzählung und nutzt Tanz als Ausdruck von Widerstand. Das Bühnenbild von Stephan Prattes zeigt kontrastreiche Räume, die die Unterschiede zwischen der bunten Wohnung der Wurmwalds und der tristen Schule betonen. Diese visuelle Gestaltung unterstützt die düsteren, aber hoffnungsvollen Themen des Stücks, die Gergen so wichtig sind. Er glaubt daran, dass gute Geschichten ihr Publikum finden, und „Matilda“ ist definitiv eine solche Geschichte (Source 2).

Besonders spannend ist die Besetzung: Liv Perman überzeugt in der Hauptrolle der Matilda mit natürlicher Ausstrahlung und starker Gesangsleistung. Ann Mandrella und Boris Pfeifer verkörpern die oberflächlichen und bildungsfeindlichen Eltern, während Anna Rosa Döller als warmherzige Fräulein Honig fungiert. Andreas Lichtenberger spielt die furchteinflößende Schulleiterin Agathe Knüppelkuh. Diese Charaktere bringen die verschiedenen Facetten des Themas deutlich zum Ausdruck und machen die Inszenierung zu einem Erlebnis für alle Altersgruppen.

Theater als gesellschaftlicher Raum

Theater hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, insbesondere im Bereich der kulturellen Bildung. Die Zusammenarbeit zwischen Theatern und Schulen wird gefördert, um Theatererfahrungen für verschiedene Altersgruppen und soziale Schichten zugänglich zu machen. Dies geschieht nicht nur durch professionelle Inszenierungen, sondern auch durch Projekte mit nicht-professionellen Akteuren, die die Pluralität der theatralen Formen bereichern (Source 3).

Andreas Gergen sieht das Theater als einen Ort, an dem Menschen gemeinsam fühlen, denken und widersprechen können. In zehn Jahren möchte er auf seinen Werdegang zurückblicken und stolz darauf sein, Risiken eingegangen zu sein und sich treu geblieben zu sein. Gergen hat sich zuletzt Zeit gegönnt, die er als Luxus empfindet, um mit den Geschichten zu arbeiten, die ihm am Herzen liegen. Er kann keine Halbherzigkeit ertragen; für ihn gilt: ganz oder gar nicht (Source 1). Dieses Engagement spiegelt sich auch in der Inszenierung von „Matilda“ wider, die trotz ihrer düsteren Themen ein Gefühl von Hoffnung und Zuversicht vermittelt.