Die Martinek-Kaserne in Baden, südlich von Wien, steht zum Verkauf. Dieses Areal wird über die Homepage des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Immobilien-Plattformen ausgeschrieben. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betont die gelungene Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Baden, die nach jahrelangen Vorbereitungen und bürokratischen Hürden nun in die Verkaufsphase eintritt. Badens ÖVP-Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli sieht in der Ausschreibung eine große Chance für die Stadt, neue Ideen und Entwicklungen zu fördern.

Die Martinek-Kaserne hat seit 2013 leer gestanden, und die ersten Verkaufsversuche scheiterten bereits 2014 und 2017. Nach intensiven Gesprächen zwischen dem Verteidigungsministerium und der Raumordnungsabteilung von Niederösterreich im Jahr 2021 wurde 2024 ein Teil des Areals (3,3 Hektar) verkauft. Das verbliebene Areal wird mit einem Mindestgebot von 36 Millionen Euro angeboten, wobei die Gesamtfläche des Areals etwa 369.080 Quadratmeter beträgt. Die Frist für die Abgabe von Angeboten endet am 12. Mai.

Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Die Bürgermeisterin bezeichnet das Areal als „seltene Gelegenheit“ mit außergewöhnlichem Potenzial für Investoren. Zu den möglichen Nutzungen gehören ein modernes Bildungszentrum, Flächen für die Kreativwirtschaft, innovative Gesundheitslandschaften sowie Sport- und Bewegungsangebote. Auch eine Kombination mehrerer dieser Nutzungen ist denkbar. Im Frühjahr 2025 fanden bereits Gespräche über Hotel-Projekte statt, jedoch ohne konkrete Zusagen.

Der Verkaufsprozess war komplex und erforderte zahlreiche Abstimmungen zwischen Bund, Stadt und weiteren Beteiligten. Jürgen Hesz, der neue Eigentümer des Grand Hotel Sauerhof, arbeitet aktuell an Einreichplänen für die Kaserne. Die denkmalgeschützte Kaserne könnte somit nicht nur ein neues Stadtquartier schaffen, sondern auch nachhaltige Impulse für Wirtschaft, Bildung und Gesundheit bieten.

Der Kontext der Liegenschaftsnutzung

Der Verkauf der Martinek-Kaserne findet in einem größeren Kontext statt, in dem die Bundeswehr wieder wachsen soll. Nach Jahrzehnten des Schrumpfens stoppt das Verteidigungsministerium die Umwandlung militärisch genutzter Liegenschaften für zivile Zwecke. Laut Tagesschau ist der Grund für den Umwandlungsstopp der erhöhte Bedarf an Standorten durch die geplante Vergrößerung der Streitkräfte. Betroffen sind zunächst 187 ehemalige militärische Liegenschaften, die grundsätzlich für eine Nutzung durch die Bundeswehr geeignet sind.

Die Entwicklung ehemaliger Kasernengelände hin zu zivilen Nutzungen hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. So entstanden in vielen Städten auf solchen Flächen neue Wohnräume und Einrichtungen, die das Stadtbild nachhaltig prägen. Die Martinek-Kaserne könnte somit ein weiterer Schritt in der Transformation von militärischen in zivile Liegenschaften sein, wobei die Möglichkeit für innovative Konzepte und Projekte besteht.