In den letzten Tagen hat sich die Lawinensituation in den österreichischen Alpen dramatisch zugespitzt. In einem verhängnisvollen Zusammenspiel von Wetterbedingungen und menschlichem Verhalten sind bei mehreren Lawinenabgängen in Tirol drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei der tragischen Todesfälle betreffen Wintersportler aus Baden-Württemberg, während ein weiterer Tote aus den Niederlanden stammt. Diese tragischen Ereignisse verdeutlichen die Gefahren, die mit dem Wintersport abseits der gesicherten Pisten einhergehen.

In Tirol wurden an einem einzigen Tag mehr als 30 Lawinen registriert. Ein 43-jähriger Mann aus dem Ostalbkreis wurde im Navistal verschüttet, als er mit einem weiteren Mann aufgrund der Lawinengefahr umkehren wollte. Tragisch ist auch der Fall eines 42-jährigen Snowboarders aus dem Landkreis Lörrach, der mit seinem 15-jährigen Sohn im Skigebiet Sonnenkopf abseits gesicherter Pisten unterwegs war. Der Vater wurde von einer Lawine mitgerissen; sein Sohn konnte glücklicherweise die Rettungskräfte alarmieren. Nach einer Stunde wurde der Vater gefunden, erlag jedoch seinen Verletzungen an der Unglücksstelle. Darüber hinaus wurde ein 71-jähriger Niederländer ohne Lawinensuchgerät in Fiss, Tirol, als weiteres Opfer gemeldet. Auch in Salzburg kam es zu einer Reihe von Lawinenabgängen, wobei ein 70-jähriger Skitourengeher gerettet werden konnte.

Aktuelle Lawinensituation und Warnungen

Die Lawinensituation im Westen Österreichs ist angespannt, und in Tirol sowie Vorarlberg wurde die zweithöchste Gefahrenstufe (Stufe 4 – groß) ausgerufen. Die Tiroler Behörden appellieren eindringlich an Wintersportler, gesicherte Pisten nicht zu verlassen und auf Touren im freien Gelände zu verzichten. Am Mittwoch wurden 33 Lawinenabgänge gemeldet, darunter zwei Todesopfer und eine schwer verletzte Person. Sicherheitslandesrätin Astrid Mair und Matthias Walcher vom Lawinenwarndienst warnen vor spontanen Lawinenabgängen, insbesondere während und nach intensiven Niederschlägen.

Die Wetterprognosen deuten auf weitere Schneefälle mit bis zu 40 cm Neuschnee und starkem Wind hin. Diese Bedingungen erhöhen die Lawinengefahr, da starker Wind zu Triebschneeansammlungen auf einer schwachen Altschneedecke führt. Typische Gefahrenzeichen sind „Wumm“-Geräusche und Rissbildungen im Schnee, was darauf hinweist, dass auch von flacherem Gelände Lawinen ausgelöst werden können. Wintersportler sollten daher unbedingt die aktuellen Lawinenwarnungen beachten und sich über die Situation informieren, etwa über den Notruf 144 oder den Alpinnotruf 140.

Wetterlage und Empfehlungen für Wintersportler

Die aktuelle Wetterlage in den österreichischen Skigebieten von Tirol bis zur Steiermark ist durch wechselhaftes Wetter geprägt. Während die Täler oft unter einer Nebeldecke liegen, können die Gipfel mit Sonnenschein und frischem Neuschnee aufwarten. Die markante Nordstau-Lage hat erheblich zur Schneemenge in den Nordalpen beigetragen, während ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa stabile, kalte Bedingungen in geschützten Beckenlagen schafft. Allerdings kann der Wind in Hochlagen die Lawinengefahr durch Triebschnee erhöhen.

Aktuell wird die Lawinengefahr in vielen Regionen mit Stufe 3 („erheblich“) bewertet, insbesondere in kritischen Hängen wie Nord- und Osthängen oberhalb der Waldgrenze. Um sicher im Gebirge unterwegs zu sein, ist eine Notfallausrüstung mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde unerlässlich. Zudem ist das Studium des Lawinenlageberichts von großer Bedeutung. Auch wenn die Pistenbedingungen in den Skigebieten im Westen Österreichs gut sind, ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit den alpinen Gefahren notwendig, um die Sicherheit aller Wintersportler zu gewährleisten.

Für aktuelle Informationen zur Lawinensituation empfiehlt sich der Blick auf www.lawinen.report, um gut informiert in die Pisten und das Gelände zu gehen.