Die Faschingssippung der Schlaraffia Baden, die am 23. Februar 2026 in der historischen Burg in der Palffygasse stattfand, war ein geselliges Ereignis, das durch die Einladung von Damen zu diesem traditionell männlichen Treffen einen besonderen Charme erhielt. Der Bund, der 1859 in Prag gegründet wurde, zählt mittlerweile über 10.000 Mitglieder in rund 400 lokalen „Reychen“ (Ortsvereinen) weltweit und hat sich der Pflege von Freundschaft, Kunst und Humor verschrieben.
Die Schlaraffia, eine Vereinigung von Kulturschaffenden, hat ihre Wurzeln in einem Stammtisch, der sich aus den Komödianten des „Deutschen Theaters“ entwickelte. Die Mitglieder, die in ritterlichen Gewändern erscheinen, nutzen eine eigene Sprache und folgen einem festen Zeremoniell, das in den Sippungen zelebriert wird. Während der Sippungen, die in zwei Teile gegliedert sind, wird nicht nur gemeinsam gelacht, sondern auch künstlerisches Schaffen gefördert. Politische, religiöse und geschäftliche Themen sind dabei strikt tabu, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten.
Ein Rückblick auf die Faschingssippung
Bei der diesjährigen Faschingssippung wurde die Veranstaltung von der Gemeinderätin Petra Haslinger mit herzlichen Glückwünschen gewürdigt. Unter den anwesenden Mitgliedern waren auch bekannte Persönlichkeiten wie Leo Bazant-Hegemark (Ritter Clip), Gottfried Pfaller (Ritter Fehlalarm), Richard Förster (Ritter Löwenherz), Franz Grunhofer (Ritter Dramaturl) und Kurt Breth (Ritter Doppelblick) anzutreffen. Diese Zusammenkunft bot nicht nur eine Plattform für kreative Darbietungen, sondern stärkte auch die sozialen Bindungen unter den Mitgliedern.
Die Schlaraffia hat eine reiche Geschichte, die einige Herausforderungen überstanden hat, einschließlich der Zwangsauflösung im Jahr 1938. Dennoch blühte die Gemeinschaft 1946 wieder auf und hat sich seither als stabiler Bestandteil der deutschen und österreichischen Kulturszene etabliert. Ihre Mitglieder kommen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und treffen sich regelmäßig, um den ritterlichen Geist aufrechtzuerhalten.
Die Bedeutung von Kultur und Gemeinschaft
Die Schlaraffia ist mehr als nur ein Männerbund; sie stellt eine Kulturgemeinschaft dar, die den Austausch von Ideen und die Förderung künstlerischer Talente zum Ziel hat. Diese Tradition ist besonders relevant in einer Zeit, in der die digitale Kommunikation immer mehr an Bedeutung gewinnt. Trotz des Einsatzes von digitalen Videoschaltungen, um den Mitgliedern während der Corona-Pandemie ein Treffen zu ermöglichen, ist das persönliche Miteinander für viele unersetzlich. Die Herausforderung, jüngere Menschen für die Gemeinschaft zu begeistern, bleibt jedoch bestehen.
Die Schlaraffia hat sich mit ihrem Wahlspruch „In arte voluptas“ (in der Kunst liegt Lust) und dem Symbol des Uhus als eine Institution etabliert, die Freundschaft, Humor und Kunst in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellt. Es ist ein Ort, an dem die Mitglieder nicht nur „sorglos genießen“ können, sondern auch kulturelle Werte lebendig halten. Für alle Interessierten, die mehr über die Schlaraffia erfahren möchten, sind die Berichte über die Sippung und die Ideen der Schlaraffia eine gute Anlaufstelle.
Die Schlaraffia, mit ihren einzigartigen Traditionen und einem klaren Fokus auf Kunst und Kameradschaft, bleibt ein faszinierendes Beispiel für die Kraft von Gemeinschaften und die Bedeutung kultureller Ausdrucksformen in der heutigen Gesellschaft.