Am 5. März 2026 fand in der Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin eine bedeutende Veranstaltung statt, die unter dem Motto „Regionen verbinden, Zusammenhalt stärken: Wirtschaftliche Resilienz und Reduzierung von Disparitäten im Donauraum“ stand. Rund 520 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Diplomatie versammelten sich, um über die Herausforderungen und Chancen im Donauraum zu diskutieren. Gastgeber waren das Staatsministerium Baden-Württemberg und die Botschaft der Republik Bulgarien, die in diesem Jahr den Vorsitz der EU-Strategie für den Donauraum innehat.

Die Eröffnung der Veranstaltung übernahm Verkehrsminister Winfried Hermann, der die Bedeutung der EU-Donauraumstrategie, die vor 15 Jahren ins Leben gerufen wurde, hervorhob. Die Schwerpunkte dieser Strategie sind politische Zusammenarbeit, regionaler Zusammenhalt sowie die Vernetzung von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Bulgarien wird 2026 besondere Akzente auf den regionalen Zusammenhalt und die EU-Erweiterung legen.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit im Fokus

Europastaatssekretär Florian Haßler betonte in seiner Ansprache die politische Relevanz regionaler Zusammenarbeit. Eine Keynote von Sebastian Schäffer, Direktor des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) in Wien, thematisierte die Herausforderungen und Chancen in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit, Tourismus und Integration. Ziel der Veranstaltung war die Intensivierung der interregionalen Zusammenarbeit und die Schaffung geeigneter politischer Rahmenbedingungen.

Ein zentraler Punkt der baden-württembergischen Aktivitäten in der Donauraumstrategie ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die Koordination des Prioritätsbereichs 8 „Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen“ erfolgt gemeinsam mit Kroatien. Dabei wird die bulgarische Präsidentschaft der Donauraumstrategie im Jahr 2026 unterstützt. Die Zusammenarbeit umfasst auch 16 von 90 genehmigten Projekten des Interreg-Donauraumprogramms.

Kulturelle Vielfalt und Austausch

Ein kultureller Abschluss der Veranstaltung war der Auftritt der bulgarischen Band „Swinging Pockets“. Außerdem gab es Informationsstände von Donauländern und Organisationen, die die kulturelle Vielfalt und das wirtschaftliche Potenzial der Region präsentierten. Ein Empfang mit Spezialitäten aus Baden-Württemberg und Bulgarien bot den Gästen die Möglichkeit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Netzwerke zu knüpfen.

Die „Strategie der Europäischen Union für den Donauraum“ wurde im Juni 2011 von den Staats- und Regierungschefs der EU verabschiedet. Ziel dieser Strategie ist die integrierte und nachhaltige Entwicklung des Donauraumes, der über 100 Millionen Einwohner umfasst. Dabei erstreckt sich die Strategie über das gesamte Einzugsgebiet der Donau, einschließlich neun EU-Mitgliedstaaten sowie fünf weiteren Staaten. Die Donau, als längster Fluss Europas, spielt eine zentrale Rolle als Verkehrsader und Lebensraum mit großer Artenvielfalt.

Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit

Die Strategie zielt darauf ab, die Lebensqualität zu erhöhen, wirtschaftliche Möglichkeiten zu schaffen, innovative Unternehmen zu fördern und den kulturellen Austausch zu verbessern. Die inhaltlichen Ziele sind in vier „Säulen“ unterteilt, die von Anbindung über Umweltschutz bis hin zum Aufbau von Wohlstand und der Stärkung der Region reichen. Im April 2020 wurde der Aktionsplan überarbeitet, um die Ziele neu zu bestimmen und den unterschiedlichen Interessen der Länder Rechnung zu tragen.

In diesem Kontext koordiniert das Bayerische Umweltministerium zusammen mit Kroatien den Schwerpunktbereich 6, der sich mit der Erhaltung der biologischen Vielfalt, der Landschaften und der Qualität von Luft und Boden befasst. Durch die Bildung von sieben Task Forces sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation im Donauraum umgesetzt werden.

Die Veranstaltung in Berlin war somit nicht nur eine Plattform für den Austausch über wirtschaftliche Resilienz, sondern auch ein Schritt in Richtung einer nachhaltigen und kooperativen Zukunft im Donauraum. Der Dialog zwischen den beteiligten Ländern und Akteuren ist entscheidend, um die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen und die Potenziale dieser einzigartigen Region zu nutzen. Weitere Informationen zu den Zielen und Aktivitäten der Donauraumstrategie finden Sie unter diesem Link.