Am Mittwoch, den 22. Oktober, dürfen sich Filmfans auf einen besonderen Nachmittag freuen. Um 17 Uhr wird im Jugendzentrum A-Toll in Amstetten der Film „Sing Sing“ gezeigt. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit zwischen dem Verein Perspektive Kino und der Volkshochschule Amstetten organisiert und verspricht viel mehr als nur Unterhaltung – sie eröffnet einen tiefen Einblick in das Leben hinter Gittern.

In „Sing Sing“ spielt Colman Domingo die Hauptfigur John „Divine G“ Whitfield, der aufgrund eines Mordes eine Strafe von mindestens 25 Jahren absitzt. Der Film erzählt die bewegende Geschichte eines Theaterprogramms namens „Rehabilitation Through the Arts“, das seit 1996 im Sing Sing Correctional Facility betrieben wird. Whitfield, der nach einem Auftritt von „Ein Sommernachtstraum“ ins Gefängnis zurückkehren muss, hat sich zum Ziel gesetzt, die Ursachen von Straftaten zu studieren, um Möglichkeiten für eine vorzeitige Entlassung zu finden. Mit seinem Enthusiasmus gibt er sogar einem neuen Teilnehmer, Clarence „Divine Eye“ Maclin, eine Chance, trotz anfänglicher Skepsis der anderen Insassen.

Kunst als Weg zur Rehabilitation

Die Teilnahme an Programmen wie „Rehabilitation Through the Arts“ bietet nicht nur die Möglichkeit zur künstlerischen Entfaltung, sondern fördert auch den persönlichen Wachstum der Inhaftierten. Teilnehmer und Alumni dieses Programms betonen oft das Motto „Trust the Process“. Es hilft, die eigene Stimme und Identität wiederzufinden und ermöglicht es ihnen, nach ihrer Entlassung ein produktives Leben zu führen. Bemerkenswerterweise kehren weniger als 3% der RTA-Teilnehmer ins Gefängnis zurück, während die nationale Rückfallrate über 60% liegt, was die positive Wirkung solcher Programme unterstreicht. Nach der Haft finden viele Absolventen Unterstützung durch Familien und können erfolgreiche Karrieren aufbauen.

Hinter der Kunst steckt eine heilende Kraft, die besonders für Inhaftierte von Bedeutung ist. In vielen Gefängnissen, wie beispielsweise der JVA Zweibrücken, wird Kunst als Mittel eingesetzt, um Isolation zu überwinden und den Austausch zwischen den Häftlingen zu fördern. Auch in der JVA Ludwigshafen trägt Kunsttherapie dazu bei, das Selbstwertgefühl der Insassen zu stärken. Diese Initiativen bieten einen wertvollen Raum, um die Ursachen ihrer Inhaftierungen zu reflektieren und an ihrer persönlichen Entwicklung zu arbeiten, was letztlich zu einer besseren gesellschaftlichen Teilhabe führt.

Ein Film mit echter Bedeutung

„Sing Sing“ bietet nicht nur eine fesselnde Geschichte, sondern auch einen bedeutenden Einblick in die Realität von Häftlingen und deren Bestrebungen nach Veränderung. Die Figuren im Film sind entweder an reale Personen angelehnt oder werden von ehemaligen Insassen dargestellt. Dies schafft eine authentische und nachvollziehbare Erzählweise, die den Zuschauern die Herausforderungen und kleinen Siege im Leben hinter Gittern näherbringt.

Wer Interesse an dieser einzigartigen Filmvorführung hat, sollte den Termin im Kalender rot anstreichen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Verein Perspektive Kino und der Volkshochschule Amstetten ist ein klasse Beispiel für die Integration von Kunst und relevanten Themen unserer Gesellschaft. Die Veranstaltung zu besuchen, kann eine gute Gelegenheit sein, um sich mit dem komplexen Thema Inhaftierung und Resozialisierung auseinanderzusetzen.

Für weitere Informationen zur Filmvorführung können Sie den Bericht von Tips lesen und mehr über den Hintergund des Projekts auf RTA erfahren. Auch SWR beleuchtet die Rolle von Kunst im Gefängnissystem und deren transformative Wirkung.