Heute ist der 23.02.2026 und die sportliche Situation des Wolfsberger AC (WAC) ist alles andere als rosig. Nachdem der Verein am 1. Mai 2025 das ÖFB-Cup-Finale gewann und damit den ersten Titel in der Vereinsgeschichte sicherte, scheint die Freude nur von kurzer Dauer gewesen zu sein. Das entscheidende Tor erzielte Angelo Gattermayer in der 77. Minute, doch seitdem hat sich die Lage dramatisch gewandelt. Der Kaderwert, der zu diesem historischen Moment bei 34,9 Millionen Euro lag, ist mittlerweile auf 23,03 Millionen Euro gesunken. Die Kaderplanung für die folgende Saison wird als unzureichend kritisiert, und das macht sich auf dem Platz bemerkbar.

Maximilian Ullmann hat den Verein verlassen, und sein Ersatz René Renner wird als ungenügend bewertet. Zudem hat sich Chibuike Nwaiwu vor Saisonstart verletzt, was nicht nur sportliche, sondern auch finanzielle Einbußen nach sich zog. Die Probleme des WAC sind vielfältig: Angebote für Dejan Zukic sind unzureichend, und Thierno Ballo wurde nur verliehen. Auch die Neuzugänge Fabian Wohlmuth und Donis Avdijaj konnten nicht überzeugen. Drei afrikanische Spieler, Raymond, Harrison und Ogam, wurden verpflichtet, doch sie spielten nur 45 Minuten in der Bundesliga. Besonders negativ fiel die Verpflichtung des kenianischen Nationalstürmers Ryan Ogam auf, die in sozialen Medien auf breite Ablehnung stieß.

Ein unruhiges Trainerkarussell

In der vergangenen Saison belegte der WAC noch den vierten Platz und nahm an der Europa-League-Qualifikation teil, was finanzielle Mittel in die Vereinskasse brachte. Didi Kühbauer führte den WAC zunächst zurück auf die Erfolgsspur, doch am 9. Oktober 2025 wechselte er zum LASK. Sein Nachfolger Peter Pacult wurde nach nur vier Wochen durch Ismail Atalan ersetzt, der ohne Erstliga-Erfahrung kam und in sieben Spielen nur vier von 21 möglichen Punkten erzielte. Die Mannschaft steht aktuell auf dem neunten Platz, mit lediglich 21 Punkten aus 21 Spielen. Angst vor dem Abstieg in die zweite Liga ist in Wolfsberg spürbar, besonders angesichts der schlechten Bilanz gegen direkte Konkurrenten in der Liga (9 von 30 möglichen Punkten).

Die Offensive zeigt große Schwächen: Nur neun Tore wurden aus 2.800 Spielminuten von sechs Angreifern erzielt. Elf Verträge laufen bald aus, und Spieler wie Polster und Zukic stehen vor einem Wechsel. Auch die verletzungsbedingte Ausleihe von Jessic Ngankam, der bis Mitte März ausfällt, verstärkt die Sorgen um die Kaderstärke. Der nächste Gegner, SK Sturm Graz, könnte entscheidend für die angestrebte Teilnahme am oberen Playoff sein, doch die Hoffnungen darauf sind gering.

Die Kaderpolitik im Wandel

Die Kaderpolitik des WAC hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Kühbauer hatte bereits in der Vorsaison einen Ausstieg aus dem Österreicher-Topf angedeutet, und die aktuelle Kaderplanung orientiert sich zunehmend in eine andere Richtung. In den letzten drei Jahren nahm der WAC rund drei Millionen Euro aus dem Österreicher-Topf ein. Aktuell stehen nur zwei junge Spieler, Tobias Gruber und Erik Kojzek, im Kader, die von der U22-Förderung profitieren könnten. Kojzek muss jedoch aufgrund einer Ellenbogenverletzung pausieren. Die Zusammenarbeit mit Berater David Dahan bringt regelmäßig junge Spieler aus Israel oder Afrika zum WAC, und aktuell sind acht Legionäre Teil der ersten Mannschaft. Das Legionärslimit wurde in der Saison 2024/25 in 29 von 32 Spielen voll ausgeschöpft.

Die Herausforderungen, vor denen der WAC steht, sind vielfältig und erfordern ein schnelles Handeln. Die Sorgen um den Verbleib in der Bundesliga für die Saison 2026/27 sind groß, und die Verantwortlichen müssen dringend Lösungen finden, um dem Verein wieder Stabilität und Erfolg zu verleihen. Der WAC hat eine bewegte Zeit hinter sich und steht nun an einem kritischen Punkt, an dem die Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen. Mehr Informationen zu den Entwicklungen des WAC finden Sie in den entsprechenden Berichten auf Transfermarkt und 90 Minuten.