Das Wolfsberg-Lithiumprojekt in Kärnten hat kürzlich eine wichtige Entwicklung erfahren: Die österreichische Regierung hat die Bergbaulizenz um zwei Jahre verlängert. Diese Entscheidung schafft nicht nur Planungssicherheit für das Projekt, sondern ist auch ein entscheidender Schritt in einer Zeit, in der Europa verstärkt auf lokale Rohstoffquellen setzt. Der Markt für Lithium hat sich stabilisiert, was die Chancen für das Wolfsberg-Projekt erhöht. Die Lizenzverlängerung ist ein relevantes Signal an Investoren und Stakeholder, dass die Projektentwicklung weiter voranschreiten kann.

Die finale Investitionsentscheidung für das Wolfsberg-Projekt hängt jedoch weiterhin von der Marktlage und der Finanzierung ab. Ein Rahmen für die sogenannte „Decision to Mine“ wird bis Ende 2026 erwartet. Diese Entscheidung ist an unterstützende Lithium-Marktbedingungen und die Verfügbarkeit von Projektfinanzierung gebunden. Regulatorische Stabilität ist entscheidend für den Zeitplan des Projekts, und die Lizenzverlängerung allein reicht nicht aus, um die wirtschaftlichen und finanziellen Voraussetzungen für den nächsten Schritt zu erfüllen. Dennoch ist Wolfsberg zentral für die Strategie von Critical Metals Corp. nach dem Zusammenschluss mit European Lithium.

Chancen für die europäische Rohstoffversorgung

Das Wolfsberg-Projekt könnte Spodumen-Konzentrat liefern, das für die E-Mobilität und Batteriespeicher von entscheidender Bedeutung ist. In diesem Kontext ist der von der EU beschlossene Critical Raw Materials Act von Bedeutung, der die lokale Förderung und Verarbeitung kritischer Rohstoffe wie Lithium unterstützen soll. Europa ist stark von Importen abhängig, da nur etwa 2,5% der globalen Lithiumvorkommen auf den Kontinent entfallen. Knapp drei Viertel des gehandelten Lithiums stammen aus Chile und Australien, was die Notwendigkeit einer lokalen Rohstoffversorgung unterstreicht.

Die regulatorische Stabilität, die mit der Lizenzverlängerung einhergeht, ermöglicht es European Lithium, einen belastbaren Zeitplan zu entwickeln, der von Genehmigungen, Marktbedingungen und Kapitalbeschaffung abhängig ist. Das Unternehmen hat seine Finanzposition durch den Verkauf eines Teils seiner Beteiligung an Critical Metals Corp. gestärkt und plant zudem eine Diversifizierung durch die Übernahme der US-Gesellschaft Velta Holding, die Titan-Assets in der Ukraine hält. Diese Schritte sind Teil einer umfassenden Strategie, die darauf abzielt, die Abhängigkeit Europas von externen Rohstoffquellen zu verringern.

Nachhaltigkeit und Recycling

In der aktuellen Diskussion um Lithium spielt auch die Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Der Fraunhofer FFB untersucht Lithiumvorkommen, Gewinnungsverfahren und nachhaltige Produktions- sowie Recyclingstrategien in einem Whitepaper. Für moderne Batterien, die in Elektroautos, Smartphones und Laptops eingesetzt werden, ist Lithium unverzichtbar. Der steigende Einsatz erfordert jedoch eine Hochskalierung der Produktion und des Recyclings. Die gängigsten Gewinnungsverfahren, wie die Soleverdunstung und der klassische Bergbau, sind zwar etabliert, bringen jedoch auch Umweltprobleme mit sich, die nicht ignoriert werden können.

Ein vielversprechender Ansatz ist die Gewinnung von Lithium aus Geothermalwasser, die als umweltfreundlichere Alternative gilt. Pilotprojekte zeigen vielversprechende Ergebnisse, doch die industrielle Förderung steht noch aus. Recycling von Lithium ist möglich, aber es müssen sowohl Kapazitäten als auch Methoden optimiert werden. Ab 2035 werden relevante Mengen an Sekundärrohstoffen erwartet, was den Recyclingmarkt in Europa zusätzlich ankurbeln könnte. Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 10% der identifizierten Rohstoffe innerhalb der EU zu fördern und mindestens 40% der Aufbereitung in der EU stattfinden zu lassen.

Insgesamt bieten die Entwicklungen rund um das Wolfsberg-Projekt nicht nur Chancen für die lokale Wirtschaft, sondern tragen auch zu einem nachhaltigeren Umgang mit Rohstoffen bei. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Marktbedingungen entwickeln und inwieweit die geplanten Maßnahmen und Projekte tatsächlich umgesetzt werden können.